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Gymnasiale blasen Bliesen weg


2. Volleyball-Bundesliga: GSVE besiegt nach Corona-Pause Aufsteiger souverän mit 3:0 Von Christian Dittmar

Delitzsch. Es war am späten Sonnabend, als wäre der GSVE Delitzsch nie weg gewesen. Mehr als zwei Wochen Trainingspause zu Beginn des Teil-Lockdowns lagen hinter den Gymnasialen, dazu das Hickhack mit Gesundheits- und Landratsamt um die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs und dann das: ein blitzsauberes 3:0 (25:16, 25:22, 25:14) gegen den TV Bliesen in der zuschauerlosen Becker-Schachtel. „Wir waren alle richtig fokussiert und motiviert“, erklärte Kapitän Felipe Pardini Glaser den überraschend klaren Erfolg gegen den Aufsteiger.

Schon zuvor hätten alle in den vier Trainingseinheiten, die ab Dienstag noch möglich waren, alles gegeben und dabei auch viel Spaß gehabt. „Es war eine richtig gute Woche“, resümierte Pardini Glaser. Auch sein Coach fand kaum ein Haar in der Suppe. „Die Art und Weise, wie die Truppe aufgetreten ist, nämlich absolut als Mannschaft, lässt mich mörderisch hoffen“, formulierte Frank Pietzonka gewohnt pointiert. Für „Spitz“ war das starke Aufschlag-Annahme-Verhalten seiner Jungs der Schlüssel zum Sieg, die sich damit selbst für eine engagierte Trainingswoche belohnten.

 

Dankbarer Gegner

 

Den Loberstädtern kam dabei zugute, dass mit Bliesen ein dankbarer Gegner auf der anderen Seite des Netzes stand, der zuvor erst einen Saisonsieg geholt hatte und dem noch die weite Anreise aus dem Saarland in den Knochen steckte. Dennoch betonte etwa Capitano Pardini Glaser, dass der GSVE den Kontrahenten auch keine Chance gegeben habe, ins Spiel zu kommen: „Wir waren diesmal einfach sehr zielstrebig.“ Nun gilt es für die Gymnasialen, den Erfolg am kommenden Wochenende in Kriftel zu bestätigen – so denn wieder alle Corona-Tests negativ ausfallen. Wegen der vielen ausgefallenen Partien hängen die Pietzonka-Jungs in der Zweitliga-Süd-Tabelle auch nach dem dritten Saisonsieg immer noch im Keller. Der SV Schwaig als Vierter hat beispielsweise schon fünf (!) Spiele mehr absolviert, die Dresdner auf Platz elf vor dem GSVE drei Duelle.

Und beim nächsten gymnasialen Heimspiel am 5. Dezember gegen Grafing soll es dann auch endlich mit dem Livestream klappen – wie es etwa an diesem Wochenende die Freiburger im Match gegen die L.E. Volleys vormachten. Derzeit seien es noch die baulichen Gegebenheiten in der Becker-Schachtel, die einen Stream nach Liga-Vorgaben verhinderten, erklärt Felipe Pardini Glaser. Denn es müsste permanent jemand an der Kamera stehen und mit ihr hin- und herschwenken.

 

Virtuelle Tickets für Livestream

 

Der Deutsch-Brasilianer ist aber einigermaßen zuversichtlich, dass es gegen Grafing damit klappt, sodass die GSVE-Fans, die ja aktuell aus der Halle ausgesperrt sind, zumindest zu Hause mit ihren Lieblingen visuell mitfiebern können. Eine Idee wäre es dann auch, virtuelle Tickets für den Livestream zu verkaufen, wie es andere Teams schon gemacht haben. Quasi als kleine Win-Win-Situation, mit der die derzeitigen Einnahmeausfälle wegen der fehlenden Ticketverkäufe zumindest teilweise wieder kompensiert werden.

 

Im Bild: Teamkameradschaft à la GSVE: Julius Fritsche hilft Peter Miersch auf die Beine. Foto: Alexander Prautzsch

 

LVZ Leipziger Volkszeitung, 23.11.2020