Die Rückkehr des Altmeisters

Hans-Georg Wildführ zieht wieder die Fäden beim Sachsenklasse-Team des GSVE / Saisonvorbereitung startet August

Delitzsch. Wie beim Tischtennis wuseln die Herren nach der Ballberührung ums Volleyballfeld auf die andere Seite, um sich der gescheckten Kugel im Bagger wieder zu stellen. Chinesisch heißt das Spiel, dass die 2. Garde der Gymnasialen unter den Blicken von Hans-Georg Wildführ auf die Platte zaubern muss. Wer als Erster rausfliegt, muss leiden. 40 Rumpfbeugen und 20 Liegestütze. Aber nicht nur der, auch die anderen. Denn lediglich die Anzahl der Rumpfbeugen sinkt um zwei an der Zahl. Soviel zur Aufwärmung. Und das in der eigentlich volleyballfreien Zeit, denn die Vorbereitung auf die neue Spielzeit in der Sachsenklasse startet erst im August.

Es weht ein frischer Wind, seit "Hansi" Wildführ das Zepter bei der 2. Herrenmannschaft des GSVE schwingt. Mit an seiner Seite, Heiko Bachmann, ebenfalls ein alter Hase bei den Recken. Während sich der Sausedlitzer um das organisatorische kümmert, ist Wildführ der Chef in allen sportlichen Belangen. Seit Mai arbeitet das Hansi-Heiko-Duo zusammen, zieht erste Rückschlüsse und blickt voraus. 19 Spieler ist der Kader derzeit noch stark. Wohl oder übel muss da die Spreu vom Weizen getrennt werden. Schließlich gilt die klare Ansage vom Vorstand: Die zweite Garde muss in den Volleyballgefilden höher klettern. Sachsenliga heißt das Ziel. 
Nicht ohne Grund. "Wir wollen junge Spieler einbinden, sie mittelfristig für die 2. Liga aufbauen", begründet der 41-Jährige Wildführ. Jener, der schon auf die Pille drosch, als der Delitzscher Leuchtturm Sebastian Reichstein noch den Handball in die Maschen warf.
Seit Anbeginn, als das zarte Pflänzchen namens GSVE gerade aus der Erde kroch, ist der Delitzscher bei den Riesen. Und hat diese auch maßgeblich geprägt. "Hansi" donnerte von der Bezirksklasse bis in die zweite Bundesliga die Bälle übers Netz. Bis sein Körper ihm die Rote Karte zeigte. Diagnose: Arthrose in beiden Knien. Im ersten Zweitligajahr musste er notgedrungen hinwerfen. 2004 war das.
Das sportliche Ende bedeutete den Anfang als Coach. Über den Jugendbereich arbeitete sich Wildführ von den Herren bis zu den Damen ab. "Ich habe mir das reichlich überlegt, es war schwer, sich von den Mädels zu trennen, weil sie erfolgreich gespielt und wir etwas aufgebaut haben", gibt Wildführ offen zu. Und wendet sich ab, um seine Jungs zu motivieren. "Wir wollen Tempo, Tempo macht Spaß", ruft er. Am Ende pumpen alle wie die Maikäfer. Die Quälerei hat einen Sinn, schließlich soll es bergauf gehen mit der zweiten Garde. Alexander Bley