Delitzsch will Leipzig den Rang ablaufen

GSVE möchte mit seinem Nachwuchs zur Nummer Eins der Region aufsteigen
         

Spieler der ersten Mannschaft, Geschäftsstellenleiter, Nachwuchstrainer: Benedikt Bauer ist beim GSVE ein vielbeschäftigter Mann. Foto: Alexander Prautzsch         

 

Während der Volleyball ruht, tut sich in der Nachwuchsabteilung des GSVE Delitzsch so einiges. Weil die Übungsleiter Conny Franke, Stefan Thielow und Marc Günther nicht mehr zur Verfügung stehen, ging der Verein gezwungenermaßen auf Trainersuche – und wurde fündig. Obwohl sich das Personal an der Seitenlinie geändert hat, sollen die Talente an die jüngsten Erfolge anknüpfen. Mit den L.E. Volleys wetteifern die Loberstädter um die Vormachtstellung in der Region.

„Wir haben langsam den Anschluss an Leipzig gefunden. Es wird auf jeden Fall knapper“, sagt Benedikt Bauer, der seit Anfang des Jahres die GSVE-Geschäftsstelle für den erkrankten Reinhard Gasch leitet. In mancher Altersklasse ist es nicht nur knapper geworden, sondern sind die Delitzscher schon am großen Konkurrenten aus der Messestadt vorbeigezogen. Die U14 etwa holte neben dem Titel auf Bezirksebene bei der Sachsenmeisterschaft und der Regionalmeisterschaft von Thüringen und Sachsen jeweils Rang zwei. Nur an den dominanten Dresdnern war kein Vorbeikommen. Auch die übrigen Jahrgänge brauchen sich nicht zu verstecken. Die U18 ist ebenfalls amtierender Bezirksmeister und -Pokalsieger, die weibliche U12 Vizepokalsieger, um nur einige Erfolge zu nennen.

Bauer engagiert sich übrigens nicht nur auf der Geschäftsstelle, sondern trainiert außerdem gemeinsam mit Assistent Christian Gerschke seit neuestem die männlichen Teams der U12, U13 und U14. Der Zulauf an ganz jungen Spielern jedenfalls ebbt nicht ab, was auch daran liegt, dass der GSVE erst in den Schulen sichtete und dann in die Halle zum Schnuppertraining einlud. Und siehe da, sie kamen in Scharen – und zwar mehr Mädchen als Jungs, was die Verantwortlichen überraschte und wohl in der Gründung der U12 weiblich münden wird, die Bauer ebenfalls coachen würde.

In dieser Altersklasse geht es weniger um volleyballspezifische Übungen, Ballschule und Koordination stehen im Vordergrund. Ab fünf Jahre kann man bereits mitmachen.

Auch hat der Verein erstmals eine männliche U20 am Start, die sich dank Sonderspielrecht in der Bezirksliga der Männer tummeln darf und dort auf die eigene dritte Mannschaft trifft. Betreut wird die junge Truppe von Lutz Walther, der früher die Jugendabteilung in Bitterfeld leitete. Beim ersten Training baute Walther gleich mal eine Kamera auf und ließ die Jungs spielen, um sich einen Eindruck zu verschaffen, wo er anpacken muss. „Er ist absolut akribisch, besitzt die fachlichen Qualitäten, um uns auf ein anderes Level zu bringen“, sagt Sebastian Reichtstein über den B-Lizenz-Inhaber. Reichstein selbst wiederum trainiert bekanntlich die zweite Delitzscher Herrenmannschaft und führt dort die jungen Spieler an die Regionalliga heran.

Die U18 mischt derweil in der Herren-Kreisklasse mit. Hier schwingt Felipe Pardini-Glaser, Zuspieler des Drittligateams, das Zepter. Mannschaftskollege Julius Fritsche ist künftig für die U16 zuständig. Der Neuzugang aus Krostitz hat in Leipzig das Volleyball-Einmaleins gelernt und zudem eine pädagogische Ausbildung absolviert.

„So eine Kombination ist natürlich optimal, eine bessere Schulung für Grundlagen kann es nicht geben“, so Reichstein. Neu zum Trainerteam gehört ebenfalls Claudia Pölz, die die U16 weiblich betreut, während beim U18-Pedant weiter Ina Wildführ Regie führt.

Erstmals zahlt der Verein seinen Übungsleitern eine Aufwandsentschädigung. „Sonst wären wir gar nicht an Trainer rangekommen. Sie investieren viel Zeit und wir wollen natürlich auch eines Tages aus dem eigenen Nachwuchs schöpfen. Man sieht ja schon Fortschritte“, erklärt Reichstein. Die Erfolge sprechen für sich.

Nur eines bringt den 37-jährigen Ex-Profi auf die Palme: „Die Hallensituation ist eine Katastrophe. Das könnte auf lange Sicht die Entwicklung des Vereins hemmen.“ Momentan pendeln die einzelnen Teams zwischen Stammsitz Beckerkarton sowie den Hallen in Ost, am Rosenweg und der neuen Nord. Die Trainingsmaterialien liegen also über vier Hallen verstreut. Am einfachsten wäre es für den GSVE, nur noch die Becker-Halle zu nutzen und sich dort die Trainingszeiten nach Bedarf einteilen zu können. Ob dieses Ansinnen Aussicht auf Erfolg hat? Die Zeit wird es zeigen.