„Vielleicht hilft es beiden Mannschaften“

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Volleyball-Regionalliga: GSVE Delitzsch II gewinnt das Derby in Bad Düben nach schwachem Start in fünf Sätzen

Kein Durchkommen: Bad Dübens David Wächter beißt sich am Delitzsch Block die Zähne aus. Foto: Alexander Prautzsch

Bad Düben. Mehr geht eigentlich nicht: Fünf Sätze, zwei Stunden und neun intensive Derby-Minuten, an deren Ende sich die Holzbuben aus der Heide als etwas zu gastfreundlich erwiesen. 25:21, 23:25, 27:25, 20:25, 7:15 musste sich der SV Bad Düben am Sonntag dem GSVE Delitzsch II geschlagen geben und den ersten Saisonsieg in der Volleyball-Regionalliga damit verschieben. Dafür gab es zumindest den ersten Punkt, deren zwei nahmen die Gäste mit.

Die Analyse von SVB-Trainer Thomas Haack fiel trotzdem überraschend positiv aus. Dabei hatten seine Schützlinge eine zweimalige Führung noch aus der Hand gegeben. „Das war gut, wir sind mannschaftlich geschlossen aufgetreten. Leider haben wir uns am Ende nicht belohnt“, befand der Coach, um die Schwachstellen sofort nachzubehandeln. „Hinten raus haben wir die Konzentration verloren und sind hektisch geworden. Delitzsch ist in den entscheidenden Situationen ruhig geblieben.“ GSVE-Bändiger Sebastian Reichstein nahm die Blumen gerne an, wusste aber auch: „Wir können froh sein, dass wir das Spiel gewonnen haben. Vielleicht hilft es ja beiden Mannschaften.“

Die Hausherren jedenfalls zeigten, dass sie das Format für Liga vier besitzen, führten Delitzsch anfangs am Nasenring durch die Manege. Speziell Daniel Lange und Jens Andrä fanden immer wieder Lücken im ohnehin selten blickdichten Gästeblock. Außerdem schlugen die Kurstädter stark auf, erlaubten sich kaum Fehler. Entsprechend deutlich endete die Angelegenheit im ersten Satz.

Danach ging es offener zu. Die Reserve-Recken bissen sich in die Partie. Und womöglich half ihnen dabei eine undurchsichtige Szene in Durchgang zwei entscheidend mit. Fast fünf Minuten unterbrachen die Schiedsrichter das Spiel. Zunächst hatten sie eine Fehlentscheidung korrigiert, dann streikte die Technik. Anschließend holte Delitzsch den wichtigen Ausgleich.

Die Begegnung stand zunächst jedoch weiter auf Messers Schneide. Abschnitt Numero drei schnappten sich die Dübener in der Verlängerung – und hatten damit einen Punkt sicher. Mehr sollten es an diesem Nachmittag freilich nicht werden. Die Aufschläge zündeten fortan viel weniger, die Gäste standen nun in der Annahme sicherer und Rückkehrer Anton Röthel (gerade von einer Mandel-OP genesen) drehte nun richtig auf. In Summe wurde es nun deutlich, vielleicht hatten die jungen Delitzscher schlicht Konditionsvorteile.

Fazit: Kampf, Einsatz, Vollgas – es wurde die ganze Derby-Bandbreite serviert. Nur die Tafelrunde fiel kleiner aus als erwartet. Düben, einst Fan-Magnet, zog diesmal nur 80 Schlachtenbummler an. Ob´s am ungewöhnlichen Termin am Sonntagnachmittag lag? Abhaken, weitermachen. Schon am Wochenende müssen sich beide Mannschaften wieder straffen: Düben erwartet am Sonnabend, 14 Uhr, den VSV Oelsnitz, der gerade einen Fünfsatzkrimi gegen den amtierenden Meister TU Dresden gewonnen hat. Die zwote GSVE-Garde bittet am Sonntag Primus Dresdner SSV ab 15 Uhr zur Kasse.