„Teils zufrieden“

Regionalliga-Aufsteiger GSVE Delitzsch II geht die zweite Phase der Vorbereitung an

Von Johannes David

Die Volleyballer von Regionalliga-Aufsteiger GSVE Delitzsch II haben Teil eins der Vorbereitung abgeschlossen. Wobei die Herren von Trainer Sebastian Reichstein dabei das eigentliche Spielgerät bestenfalls aus der Ferne zu Gesicht bekamen. Fitness, Kraft, Ausdauer standen in den vergangenen Wochen vornehmlich auf dem Silbertablett. Jener Part der Vorsaison also, der am wenigsten Freude bereitet, aber ohne dessen Grundlagen niemand eine lange Spielzeit übersteht. Glücklicherweise haben alle Leiden eines Tages ein Ende. „Wir werden jetzt langsam das Training umstellen, um uns von den schweren Beinen zu befreien“, verkündet Reichstein und man meint ein kollektives Aufatmen zu vernehmen.

 

Der erste Test liegt übrigens schon hinter der Truppe und ging gegen Sachsenliga-Nachbar Bad Düben um Sprungwunder Jens Andrä mit 2:3 verloren. Das wollte der Coach nicht zu hoch hängen. „Ich bin teils zufrieden. Wir haben viel ausprobiert, die jungen Spieler getestet und gesehen, woran wir noch arbeiten müssen. Man muss auch aufpassen, dass man nicht zu viel erwartet.“ Deswegen sollen nun noch möglichst viele Testspiele und Turniere folgen. Speziell die beiden ganz jungen Neuzugänge Hannes Schindler und Jonas Rottosch (VV Grimma, beide 16) müssen Einsatzzeiten bei den Herren sammeln.

„Sie sind manchmal zu leicht frustriert, wenn etwas nicht klappt. Aber wir dürfen die Situation nicht verkennen. Sie stehen noch am Anfang“, sagt Reichstein über das Rohdiamanten-Duo. Für Rottosch kommt es vor allem darauf an, Spielweisen aus dem Jugendbereich abzuschütteln. Den Ball locker über die Netzkante legen, funktioniert eben bei den Männern längst nicht immer. Zuspieler Schindler hat´s nicht unbedingt leichter, zumal sein Programm wesentlich weniger Abwechslung bietet und meistens aus Pässen, Pässen und noch mehr Pässen besteht. Zugang Nummer drei, Felix Kempe (21), ist nicht nur altersmäßig, sondern auch spielerisch einen Schritt weiter. Hauptsächlich an der Abstimmung zwischen dem Außenangreifer und dem übrigen Stammpersonal hapert es bisweilen.

Eine wichtige Voraussetzung bringen immerhin alle Mann mit: die richtige Körpergröße. „Jetzt müssen wir nur noch unsere spielerische Substanz ausnutzen und in die Spielsysteme reingehen“, erklärt Reichstein den Weg der kommenden Wochen. Klingt vergleichsweise simpel, lässt sich womöglich aber wesentlich schwerer trainieren als Fitness, Kraft, Ausdauer. Teil zwei der Vorbereitung bringt reichlich Sisyphusarbeit mit sich. Immerhin startet die Saison erst am
30. September. „Die Zeit werden wir brauchen. Es gibt noch ordentlich was zu tun“, sagt Sebastian Reichstein und verhehlt nicht, dass er gerne noch einen gestandenen Spieler in der Mannschaft hätte. Andererseits: „Das Mannschaftsgefüge ist echt gut. Die Jungs passen zusammen.“ Teamgeist soll ja auch schon den ein oder anderen Berg versetzt haben.

Geschenkt bekommen wird der Aufsteiger in Liga vier freilich trotzdem nichts. Mal sehen, welche Leistungssprünge bis zum Auftakt noch möglich sind. Gegner im ersten Pflichtspiel ist übrigens der USV TU Dresden. In der vergangenen Spielzeit mussten sich die Delitzscher noch mit deren Reserve in der Sachsenliga herumärgern – und landeten schließlich hinter der routinierten Truppe aus der Landeshauptstadt auf Rang zwei. Dieser kleine Quervergleich verrät schon, wie die Rollen in gut fünf Wochen verteilt sein dürften.

Wir haben viel ausprobiert und gesehen, woran wir arbeiten müssen.

Sebastian Reichstein,
Trainer GSVE Delitzsch II