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Doppel-Sieg dank Oldie-Doppel: Reichstein und Schulze glänzen

GSVE Delitzsch II zementiert Platz zwei in der Volleyball-Sachsenliga
Spielertrainer Sebastian Reichstein (Nummer 9) mit seinen Mannen.Foto: Alexander Prautzsch
 

delitzsch. Der GSVE Delitzsch II hat dem Meisterschaftsrennen in der Volleyball-Sachsenliga wieder Leben eingehaucht. Dank der Erfolge gegen Abstiegskandidat Post SV Dresden (25:19, 21:25, 26:24, 25:23) und Spitzenreiter USV TU Dresden II (23:25, 25:15, 25:17, 25:21) spürt die TU-Reserve wieder den sanften Atem von Reichsteins Recken im Genick. Mittendrin im gemischten Doppel standen zwei Mittdreißiger mit mehr Zweitliga-Haaren auf den Zähnen als auf dem Kopf.

 

Es war so etwas wie die Personalie der vergangenen Monate. Sebastian Reichstein überredete seinen alten Kompagnon Carsten Schulze, noch einmal gemeinsam die Turnschuhe zu schnüren. Nun durfte das Heimpublikum in der Beckerhalle erstmals seit Jahren das Duo infernale wieder Seit an Seit erleben. Das Ergebnis sprach anschließend für sich. „Wir mussten alle Register ziehen. Die jungen Spieler brauchen eine gewisse Führung auf dem Feld, um kontinuierlich ihre Leistung zu bringen“, sagte Spielertrainer Reichstein. 

Zum Auftakt gegen die Postboten aus der Landeshauptstadt kamen die Grünschnäbel zunächst aber ganz gut ohne die Routiniers aus. Erst als im zweiten Satz die GSVE-Felle zusehends davonschwammen, betrat die Rentnerband das Linoleum. Spielerisch wurde es trotzdem nicht wesentlich besser. Die Gäste spielten, was sie können, profitierten von vielen Delitzscher Fehlern im Angriff. Immerhin stabilisierte sich nach und nach die Annahme. Und in den entscheidenden Situationen punkteten die Hausherren schließlich, wie es sich für ein Spitzenteam gehört. Die Manöverkritik fiel dennoch nicht sonderlich freundlich aus. „Wir haben uns durchs Spiel gequält. Wir sind zu wenig als Mannschaft aufgetreten, haben es mit Einzelaktionen versucht“, befand Reichstein.

Angesichts der Magerkost schwante dem Magier vom Lober gegen den Primus Böses. Erneut nahmen Schulze/Reichstein zunächst auf der Bank Platz. Erneut begannen die Gastgeber ordentlich, mussten sich im ersten Durchgang aber knapp den ausgefuchsten Dresdnern beugen. So folgte das aus der Post-Partie bekannte Wechselspiel. Und diesmal drehte Delitzsch richtig auf. Harmonie, Spielfreude und Einsatz stimmten, sodass die Sätze zwei bis vier zu Hause blieben und der Sechs-Punkte-Tag perfekt war.

So schön all das im Ergebnis ist, so sehr muss man doch nach der Zukunftsfähigkeit dieses Modells fragen. Junge Spieler werden sich wohl kaum weiterentwickeln, wenn sie auf der Bank sitzen. „Natürlich schwirren diese Gedanken im Kopf rum. Aber wir wollen alles dafür tun, um oben zu stehen. Wenn die jungen Spieler die richtige Reaktion zeigen und sich im Training den Arsch aufreißen, werden sie sich auch für den Spieltag anbieten“, meint Reichstein. Vielleicht überlässt er den Talenten ja schon im Derby gegen Krostitz am 25. Februar wieder das Feld. Johannes David

Carsten Schulze bei seinem Karriereende in der Ersten im September 2015 – inzwischen ist er im Reserve-Team dabei.Foto: Alexander Bley
LVZ vom 08.02.2017