Auf Kurs

Die Sachsenklasse-Volleyballer aus Delitzsch pflügen sich weiter durch die Saison. Am Samstag bejubelte die um die Bundesliga-Derbysieger vom Vorabend gut gefüllte Zuschauertribüne der Beckerhalle Heimsieg fünf und sechs. Gegen engagierte Randleipziger aus Markkleeberg bzw. Borna bedarf es einen Kraftakt und jeweils vier Sätze. Der Erfolg macht sich bezahlt. Im Januar ist der Klassenerhalt unter Dach und Fach.

GSVE Delitzsch II – TSG Markkleeberg von 1903 II (25:23, 25:18, 22:25, 25:23)

GSVE Delitzsch II – SV Einheit Borna (19:25, 25:14, 25:14, 25:18)

Anders als in der Ansetzung misst sich der GSVE II zuerst mit der TSG Markkleeberg II um Coach Norbert Kleine. Der Tabellensechste steht als Aufsteiger vor so manch profiliertem Team mit mehr Erfahrung auf diesem Niveau. Der Spitzenreiter war gewarnt. Delitzsch beginnt mit Kapitän Lukas Bayer im Zuspiel, Libero Thomas Wilke und Annahme-Außen Ludwig Heinrich. Hinzu gesellen sich die Stammkräfte Anton Röthel und Philipp Thielow, sowie die Blocker Christoph Schößler und Tim Zscheyge. Unspektakulär steht es 7:3 bevor der GSVE in Annahme und Angriff schwimmt. Das 9:9 verwischt den guten Start. Alles zurück auf Anfang. Der Primus zieht an den Zügeln, punktet wie so oft an diesem Tag über den gut aufgelegten Shooter Philipp Thielow. Nach dem 15:12 wackelt es erneut im Spielaufbau. Resultat - 18:17. Ein Minivorsprung muss auch reichen. Zwei Punkte Vorsprung ins Ziel gerettet. Delitzsch eins. Markkleeberg null. Weiter ging es mit Problemen im Aufbau bei den Gästen. In Folge des Delitzscher Aufschlagdrucks zappelt der Annahmeriegel der TSG wie ein Dreijähriger beim Broccoli essen. Nach dem 3:3 setze sich der Tabellenführer ab. Es ging über 7:5, 12:7, 17:10, 22:16 zum 25:18-Satzerfolg. Eine gute Quote von der Grundlinie vermisste man im dritten Satz vor allem zu Beginn. Vier Bälle nacheinander tropften aus dem Netz in die eigene Hälfte oder von der Wand hinter dem Gegner auf den Hallenboden. Beim 9:9 waren kurzfristig wieder alle in der Spur. Dann ging nix mehr beim ersten Ballkontakt. Trainer Reichstein brachte Sebastian Dorn für Anton Röthel und Felix Winkler übernahm die Leitung des neuen Riegels. Wenig später verteilte Moritz Klette die Bälle. Mit dem 19:21 keimte Hoffnung auf, aber Markkleeberg holte sich mit 25:22 den Anschluss. Da war sie wieder die Nachlässigkeit nach der Führung. Oft genug muss sich Delitzsch mit dem großen Tief nach dem Olè auseinandersetzen. Zu cool? Zu weit voraus blickend? Auch in Abschnitt vier könnte man das konstatieren. Bis zum 14:14 ist nicht klar wer als Sieger vom Feld geht. Fünf Punkte später, die TSG verbucht vier davon, spricht einiges gegen die volle Punkteausbeute. Jungspund Ludwig Heinrich schwächelt in dieser Phase nur kurzweilig, tauscht aber trotzdem mit seinem Chef. Der GSVE wollte lieber drei statt weniger Punkte. Die Rechnung ging auf. Nach der obligatorischen Pause, die beim Team vom Lober deutlich länger andauerte als beim nächsten Wettbewerber des Tages - dem SV Einheit Borna, sollte Saisonsieg elf her. Entsprechend blieb ein leichtes Würgen ob der Anfangsleistung seiner Truppe bei Co-Trainer Pittschaft nicht aus: „Wir bekommen im ersten Spiel mit, dass heute richtig gearbeitet werden muss und dann spuckt sich im ersten Satz keiner mal in die Hände und attackiert.“. Teilweise acht Punkte klaffen zwischen der Einheit und den Ehrenberglern. Wenig verwunderlich ist die Satzführung des Tabellenvierten. Die Schelle hat gesessen. Mit mehr Biss und dem nötigen tun und machen, krallt sich der GSVE dann das Zepter. Aufschlag und Block ziehen Borna ähnlich der Hinrundenpartie im September den Zahn. Ein 14. Punkt blitzt auf Seiten der Gäste noch auf, dann klappt das Schiedsgericht lediglich beim Spitzenreiter die Anzeigetafel um – ergo 25:14. Im Anschlusssatz gibt’s Theater. Die GSVE-Führung ist nie gefährdet (7:0, 10:3, 16:6), Borna rotiert um sich selber, weiß nicht wer den Ball ins Spiel bringen soll und die Silhouette des eigenen Nebenmannes wird zur großen Unbekannten. Der Satz endet gleichfalls 25:14. Zum Tagesabschluss wird ein 25:18 erspielt. Delitzsch ist weiterhin erfolgreich, legt sich aber ab und an zu lässig auf die Liege, um dann wieder mit Schwung aus selbiger zu springen. „Nach der Weihnachtspause sind wir zufrieden mit dem Ergebnis vom Spieltag. Die Einstellung in den wichtigen Momenten zu Spielbeginn oder nach deutlicher Satzführung muss besser werden. Das kostet unnötig Substanz und geht nicht immer gut.“, gibt sich Sebastian Reichstein vorsichtig angetan. Delitzsch thront mit sieben bzw. elf Punkten Vorsprung über der Chemnitz-Connection und reist in zwei Wochen zum Super-Saturday bei Textima. Dort spielt die Ligaspitze das Podest für 2015/2016 aus. FP

GSVE II: Bayer, Dorn, Heinrich, Klette, Reichstein, Röthel, Schößler, Thielow, Uhlmann, Wilke, Winkler, Zscheyge.

Spielbericht SV Einheit Borna