Das Derby – (k)ein Spiel wie jedes andere

Vorbericht der L.E. Volleys zum Derby am Samstag

Es gibt 3 Punkte für einen Drei- oder Viersatzsieg, 2 Punkte, falls der Erfolg erst im Tiebreak gelingen sollte und immerhin noch einen, wenn man es zwar in den 5. Satz geschafft hat, am Ende diesen aber verliert. So ist das schon seit vielen Jahren und daran wird sich auch am Samstagabend in der Messe- und Heldenstadt nichts ändern. Und das, obwohl Leipzig auf Delitzsch trifft, DAS Derby ansteht.

Nein, es bleibt dabei. Am Ende wird eines der beiden Teams idealerweise 3 weitere Punkte im Kampf um den Klassenerhalt auf der Haben-Seite verbuchen können. Punkte, die die Leipziger aktuell dringender benötigen als ihre Gäste. Delitzsch hätte sich im Erfolgsfall schon mehr als die halbe Miete bezüglich seines Ligaverbleibs gesichert, könnte sogar mit dem Eintritt in die Beletage der 2. Liga liebäugeln. Leipzig, das sich beim Blick auf die „bereinigte“ Tabelle aktuell mit Kriftel und Freiburg um den rettenden zehnten Tabellenplatz streitet, bräuchte diesen Erfolg dringender.

Ausreichend Selbstbewusstsein sollten beide Mannschaften am vergangenen Wochenende getankt haben. Delitzsch machte in eigener Halle mit den starken Schwaigern kurzen Prozess. Die L.E. Volleys überraschten mit ihrem couragierten und erfolgreichen Auftritt in Grafing sich, den eigenen Anhang, vor allem aber den hiesigen Tabellenzweiten und wissen nun, dass sie sich auch vor den Großen der Liga nicht zu verstecken brauchen. Auch nicht vor den GSVE-Recken, die am Samstag mit der Favoritenbürde leben müssen, dies aber sicher auch gut können. Alle Pflichtsiege eingefahren, Schwaig (8.) besiegt, in der laufenden Saison noch nicht gepatzt, vielleicht mit Ausnahme der unnötigen Niederlage gegen Friedrichshafen, die man sich allerdings am Ende eines strapaziösen Doppel-Auswärtsspieltages einfing – es läuft bei den Mannen vom Lober. Mit Robert Karl, der die Liste der besten Spieler dieser Bundesligasaison anführt, und Libero Julius Fritzsche sind gleich 2 Delitzscher Spieler unter den Top Ten platziert.

Den ersten Leipziger in diesem MVP-Ranking findet man im Vergleich dazu erst auf Platz 32 (Jerome Ptock). Die Gastgeber mussten im Gegensatz zu Delitzsch einen punktlosen November verkraften, sehen sich aber nach dem Saisontief gegen Mimmenhausen wieder in der Spur, zumal die Art und Weise, wie man in Grafing zu Punkten kam, Mut und Hoffnung macht, auch in den beiden noch ausstehenden Spielen vor der Weihnachtspause Zählbares einfahren zu können.

An Unterstützung beider Teams wird es am Samstagabend nicht mangeln. Die sicher in großer Zahl erscheinenden Leipziger Anhänger erwarten über 100 Delitzscher Fans. Wer die letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften miterlebt hat, der schwärmt noch immer von der phantastischen Stimmung in der Halle und auch dem häufig spannenden und gutklassigen Geschehen auf beiden Seiten des Netzes. Bei manchem der Spieler kann das Derby tatsächlich Knoten zum Platzen bringen, die Motivation auf das Maximum ansteigen lassen oder Kräfte mobilisieren, die bis dahin ungeahnt in irgendeiner Ecke des Körpers herumdümpelten. Für die große Volleyballgemeinde in und um Leipzig waren diese Duelle in der Vergangenheit auch immer wieder Anlass, sich selbst ein Bild zu machen von der Spielstärke der beiden besten männlichen Volleyballteams der Region. Viele haben die Gelegenheit genutzt, alte (Volleyball-)Bekannte zu treffen und in das eine oder andere Fachgespräch einzutauchen.

So soll es auch in diesem Jahr wieder sein, wenn die Gymnasialen aus Delitzsch und die L.E. Volleyballer zum großen Derby einladen, bei dem am Ende zwar nur 3 Punkte vergeben werden, es aber letztlich dann doch für alle um viel mehr geht…

Die Brüderhalle hat sich herausgeputzt und ist auf einen Besucheransturm vorbereitet. Die Ticketkasse hat an diesem Abend bereits ab 17.30 Uhr geöffnet.

(JZ)