Mit Leidenschaft zum Doppelsieg

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2. Volleyball-Bundesliga: GSVE Delitzsch gibt sich gegen Kriftel und Frankfurt keine Blöße
VON THOMAS FRITZ

Delitzsch. Am Wochenende zuvor hatten die Zweitliga-Volleyballer des GSVE Delitzsch bei den Volley Youngstars Friedrichshafen zwei Zähler liegengelassen und das erhoffte Sechs-Punkte-Wochenende verpasst. Ein schlampig gespielter vierter Satz stand der optimalen Ausbeute im Weg, der Tiebreak ging 12:15 verloren.

Nun machte es die Mannschaft von Trainer Frank Pietzonka besser: Am Samstag schlugen die Gymnasialen den TuS Kriftel 3:1 (19:25, 25:14, 25:20, 25:18), am Sonntag gaben sie gegen Schlusslicht Volleyball Internat Frankfurt beim 3:0 (25:17, 25:23, 25:22) keinen Satz ab. Mission erfüllt, alle glücklich und zufrieden? „Nein“, sagt Pietzonka. „Spielerisch ist Luft nach oben, aber in ein paar Wochen fragt keiner mehr, wie wir die Punkte geholt haben.“ Mit 17 Zählern aus zehn Partien kletterten die GSVE-Männer zunächst auf Platz fünf der Tabelle, allerdings hat die Konkurrenz teilweise drei Spieler weniger auf dem Konto.

Gegen Kriftel ging der Auftaktsatz mit 19:25 gleich mal in die Hose. Die Mannschaft agierte zu abwartend und hatte dem dominanten Aufschlagspiel der Südhessen zu wenig entgegenzusetzen. In der Pause fand der Coach die richtigen Worte – und gab seinen Jungs das Handwerkszeug mit, um das Match zu drehen. „Wir haben den Dreier in Ruhe gelassen und viel über die Außen gespielt“, erklärt Pietzonka. Die Maßnahme fruchtete, drei Sätze räumten die Delitzscher in Folge ab. Es sei toll gewesen, „wie die Mannschaft zu sich zurückgefunden hat“, befand Kapitän Felipe Pardini-Glaser.

Als wertvollster Spieler (MVP) wurde Libero Julius Fritsche ausgezeichnet – zum dritten Mal in Folge. Die 150 Zuschauer in der Artur-Becker-Sporthalle waren zufrieden.

Am Sonntag folgte schließlich die Pflichtaufgabe gegen den Tabellenletzten aus Frankfurt. Doch die GSVE-Männer taten sich gegen die Ausbildungsmannschaft überraschend schwer. „Das zweite Spiel des Wochenendes ist körperlich immer schwieriger“, weiß Coach Pietzonka. Doch anders als in der Vorwoche behielten seine Jungs die Nerven. Der erste Satz ging mit 25:17 noch klar an die Sachsen, in Durchgang zwei (25:23) und drei (25:22) setzten sie sich angeführt von MVP Robert Karl hauchdünn durch. Spielerisch-taktische Defizite will Pietzonka nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Könnte ja sein, dass die Gegner mitlesen ...

Am kommenden Samstag (19 Uhr) gastieren die Gymnasialen bei den Blue Volleys Gotha, die drei Zähler und zwei Partien weniger auf dem Konto haben als Delitzsch. Frank Pietzonka warnt vor einem selbstzufriedenen Blick auf die Tabelle. „Gotha, Schwaig, Leipzig – da kommen jetzt drei schwere Gegner. Wenn du gegen die verlierst, dann kann sich das Blatt ganz schnell wieder wenden.“

Doch jetzt können sich die GSVE-Männer erst einmal über ihre perfekte Ausbeute freuen. Aktuell trennen den Aufsteiger zehn Punkte von einem Abstiegsplatz – und nur zwei Zähler von Rang zwei.

Im Bild: Lukas Kreißl (links) und Julius Fritsche (Mitte) freuen sich mit ihren Teamkollegen über einen Punktgewinn.Foto: Alexander Prautzsch

LVZ, 26.11.2019