„Die Mannschaft bestraft uns nicht“

GSVE-Trainer kritisiert taktisches Unvermögen

VON ALEXANDER BLEY
Delitzsch. „Sie wissen, wo das Niveau in der 2. Liga liegt, danach müssen sie sich auch richten“, mahnte GSVE-Trainer Frank Pietzonka nach dem Auswärtsritt nach Unterfranken an. Hammelburg, links, rechts, links – drei Watschen für den Volleyball-Zweitligisten vom Lober. 16:25, 23:25, 22:25. Rückwärts-Purzelbaum auf Platz neun im Tableau der Südstaffel.

Backpfeife Nummer vier kommt vom Coach der Delitzscher höchst selbst und spielt auf die taktische Disziplinlosigkeit im Team an: „Die Mannschaft kann uns bestrafen, indem sie das macht, was wir ansagen. Solange sie das aber nicht tut, liegen wir Trainer taktisch auch nicht falsch.“ Klingt hart, aber in Satz zwei und drei, war mehr drin als den netten Punktelieferanten zu mimen – vor 572 Zuschauern in der Saaletalhalle. „Wir waren dran und schießen uns dann mit eigenen Fehlern raus. Das ist traurig, weil sich die Jungs da einfach selbst um den Lohn bringen“, erklärte Pietzonka, Jede Unzulänglichkeit wird in dieser Liga bestraft.“

D’accord mit dem Trainer waren Kapitän Felipe Pardini Glaser als auch Mittelprügel Robert Karl. „Wir müssen die vielen Eigenfehler abstellen“, sagte Letzterer. Pardini Glaser nennt es mangelnde Effektivität in Block und Abwehr sowie Fehler in entscheidenden Situationen. Dabei war genau das in der vergangenen Saison die große Stärkte der Recken. Wurde es eng, blieb der Kopf kühl – Satz und Spiel wurden gebogen. Eben damals, in Liga drei. Vorbei.

Dabei ging der Abend in der „nicht so großen, dafür aber ziemlich vollen Halle“ (Pardini Glaser) gar nicht so schlecht los. Kontakt zum TV/DJK bis etwa Satzmitte, dann geht der Faden flöten und die Aufschläge der Hammelburger schlagen krachend ein. Und schwuppdiwupp war er dahin, der gute Vorsatz bei den Gymnasialen: Von 11:13 über 14:20 zum 16:25. „Klar ist es schwer, da die Köpfe oben zu behalten, aber genau das müssen die Jungs in der Situation machen“, fasste Pietzonka die Satz-Klatsche zusammen.

Aufgerafft und stabiler ging es in den zweiten Satz, mit einem erneuten Knacks – 15:19 hinten, der GSVE kämpfte sich auf 20:21 ran. „Wir haben die Chance auszugleichen und machen zwei sinnlose Fehler. Da bedarf es mehr Selbstverantwortung“, kommentierte Pietzonka das bittere 23:25.

Im dritten Abschnitt führten die Recken sogar, wurden aber wieder kassiert. Aus 8:6 ward 10:11. „Hammelburg hat gut aufgeschlagen und war stabil im Angriff. Dazu kam der Zuspieler, der die Pässe schön verteilt hat“, lobte Pardini Glaser den Kontrahenten. „Wir sind zusammengeblieben und haben als Mannschaft gekämpft, sind aber noch nicht da, wo wir sein müssen, wenn wir bei den nächsten Spielen Punkte mit nach Hause nehmen wollen.“ Knapp zwei Wochen können die GSVE-Spieler an sich arbeiten, dann geht es zum Vizemeister, nach Grafing.

LVZ 28.10.2019