Zum Auftakt der Reisewochen hängt der Hammer in Hammelburg

spitzlvz
2. Volleyball-Bundesliga: GSVE beim Tabellendritten

Delitzsch. Jetzt kommt es knüppeldick: Viermal auswärts müssen die Zweitligarecken in Folge ran. Und wäre das nicht schon genug, wird außerdem die Schlagzahl erhöht. Bis Ende November stehen sieben Ligaspiele für den GSVE auf dem Plan. „Mit Sicherheit wissen wir dann, wohin die Reise geht“, sagt Julius Fritsche, Libero der Delitzscher, „wir brauchen viele Punkte.“ Auftakt der langen Volleyball-Reise quer durch den Süden der Bundesrepublik ist Hammelburg. Nach dem Tabellenführer Baden Volleys vor zwei Wochen der nächste harte Brocken. Anpfiff am heutigen Sonnabend, 20 Uhr, in der Saaletalhalle.

„Jeder weiß, wo der Hammer hängt. Es wäre der größte Fehler nur zu sagen, wir gucken mal von Spiel zu Spiel“, erklärt Trainer Frank Pietzonka. Glasklare Worte: „Ich möchte jeden am Optimum sehen, dafür stärken wir den Jungs den Rücken. Schließlich kann es am Ende wieder so sein, dass einzelne Sätze dranhängen.“ Was der Coach meint: Jeder hat sich am Riemen zu reißen. Jeder soll bis zum Umfallen schrubben. Jeder noch so winzige Punkt beziehungsweise Satz zählt. Am Ende. Dann, wenn die Waagschale über den Verbleib in der 2. Liga entscheidet. „Ansonsten müssen wir brutal reagieren“, legt Pietzonka Zeugnis ab.

Soweit ist es aber noch nicht. Trotz 1:3-Niederlage daheim gegen Primus Karlsruhe sind die Delitzscher positiv gestimmt. „Wir haben ein Lob von den Karlsruhern bekommen, wenn wir konzentriert spielen, geschlossen und selbstbewusst, mache ich mir keine Sorgen“, sagt Fritsche, mit seinen 22 Lenzen übrigens das Nesthäkchen im GSVE-Horst. Heute wird er das nicht sein, denn Trainer Pietzonka hat aufgerüstet: Der Lift bringt aus der zweiten Garde Jonas Rottosch und Tim Planer von der Regionalliga-
Reserve aufs Zweitligatableau. Zur Absicherung. Und als Zeichen: Leistung lohnt.

Zum Gegner: Mit dem Team, das die Recken vor ihrem Abstieg aus der 2. Liga kannten, hat der „neue“ TV/DJK nicht viel zu tun. Blutjunges Team, sehr gute Ausbildung. Das Gros kommt vom Internat Frankfurt, neben dem VCO Berlin der zweite Bundesstützpunkt, auf dem Rohdiamanten geschliffen und ausgesiebt werden. Mit Routinier Laurentiu-Marian Vinatoru, der aus Schwaig nach Hammelburg wechselte, bekommt das Ganze noch etwas mehr Struktur. Aus den Puschen gekommen sind die Unterfranken zumindest blendend. Acht Punkte aus drei Spielen, ergo drei Siege. Lediglich gegen Gotha ließen sie einen Punkt liegen. Gegen das in der Liga hoch dotierte Schwaig gewann Hammelburg übrigens 3:0. Ein sattes 3:0. Eines, was im Derby richtig weh tut.

Beim GSVE steht es nach Siegen und Niederlagen pari, was Rang sechs bedeutet. Die Pause zum Supercup, der übrigens erstmals nicht an den Bodensee sondern nach Berlin ging, tat den Delitzschern gut. „Es war nochmal wichtig, Zeit für sich zu haben“, bestätigt Fritsche vor der Reise. Nach Hammelburg wartet Grafing, dann geht’s ab ins Breisgau nach Freiburg. Und weil die Delitzscher schon mal da unten sind, geht es auf dem Rückweg in die Partnerstadt Friedrichshafen.

 

LVZ, 26.10.2019