Sonntagsgebete, Derby-Gefühle und Unterstützung von Concordia

Jubel
Volleyball: Während der GSVE I Haching zum Zweitligaduell bittet, ist die Reserve in Bad Düben gefragt

Klare GSVE-Botschaft im fahlen Licht der Beckerhalle: Wir sind ein Team! Foto: Alexander Bley

Nordsachsen. Das ist schon ein Brett: Rückkehr in die 2. Liga – als Mäuschen, das sich zum Klassenerhalt knabbern will und dann gleich zwei Siege eingeheimst. GSVE olé! Mimmenhausen, Mainz – peng! Dass bis Sonntag das Volleyball-Sättigungsgefühl ausbleibt, dafür werden die beiden Trainer Frank Pietzonka und Olaf Pohlmann schon sorgen. Gegen die Alpenvolleys Haching II geht es da. Start, 16 Uhr in der Beckerschachtel, Oststraße. Die Betonung liegt dabei auf Sonntag.

Übrigens: Ganz so eine Sahne-Aussicht aufs Spiel hat die Reserve der Recken nicht. Die dürfen ebenfalls Sonntag ran, zwei Stunden eher, ergo 14 Uhr. Antreten bei der Bundespolizei. Zumindest in deren Halle kurz vorm Wald hinter Bad Düben. Dort schickt sich der Aufsteiger von Coach Thomas Haack an, die Combo um Sebastian Reichstein mehr als nur zu ärgern.

Sowohl der GSVE II als auch die Dübner haben ihren Start in der Regionalliga in die Binsen gesetzt – beide 0:3. Hart nach Sätzen, nicht ganz so hart nach kleinen Punkten. Einer der beiden steht nach der Partie richtig blöde da. Würze gibt dem Ganzen, dass sich auch noch zwei Freunde, die einst in der 2. Liga nicht nur Holz kurz und klein schlugen gegenüberstehen: DZ-Leuchtturm Sebastian Reichstein und Heide-Flummi Jens Andrä. Da wird mit Sicherheit scharf geschossen. Wer also gerne die volle Dröhnung Volleyball mag, der düst erst nach Düben und beamt sich dann in die Beckerhalle.

Zurück zum Glück, zurück zur GSVE-Speerspitze. Allesamt fit. Allesamt heiß. Keiner auf Wolke sieben. „Zwei Siege nützen nix, um in der Liga zu bleiben“, erklärt Felipe Pardini Glaser. „Wir sollten unseren Anspruch aber etwas höher schrauben, über den Klassenerhalt hinaus. So, dass wir immer hungrig in die Spiele gehen. Wir brauchen das“, sagt der Kapitän weiter. „Druck ist nicht da, aber ein gewisser Anspruch“, kitzelt er am Ehrgeiz seiner Mitstreiter.

„Einfach mal gucken ist nicht“, wiegelt auch gleich der Coach ab. „Wir bereiten uns schon auf zwei, drei Dinge der Hachinger vor. Aber dann sind wir gut beraten, auf uns zu schauen“, legt Frank Pietzonka nach.

Nicht grundlos: Als sein Team in der Saison 2017/18 gegen Unterhaching ran musste, gab’s zweimal auf die Zwiebel. Zwei bittere Niederlagen. 0:3 und 0:3. Ergo kann es eigentlich nur besser werden.

Der Kontrahent um den Ex-Leipziger und gebürtigen Karl-Marx-Städter Roy Friedrich ist gewarnt. „Delitzsch hat fast noch die gleiche Truppe, mit der sie vorletzte Saison abgestiegen und dann postwendend wieder aufgestiegen sind. Das spricht für Teamgeist und Stabilität. Sie stehen zu Recht weit oben zu Saisonbeginn“, bringt der 31-Jährige Rosen unters Volk. „Das wird nicht leicht, auch wegen der kleinen und flachen Halle. Aber wenn wir so auftreten, wie zu Beginn gegen Kriftel, können wir etwas aus Sachsen mitnehmen“, sagt der Kapitän der Bayern weiter.

Ja, die Halle, sie ist ein Nimbus. Nicht etwa, weil sie anderen Tempeln gleichen würde, sondern weil sie schon einen Charme versprüht und einen gewissen Eigengeruch. Sie mag etwas kleiner sein, auch etwas flacher. Aber im Angesicht des grüngelb-flackernden Backsteins wird manch einem schwummerig. So soll das auch bleiben. Für ein paar Jahre noch. Dann wird eine neue Beckerhalle im Delitzscher Osten eingestanzt. Außerdem erwähnenswert: Der GSVE zieht bei der Akquise von neuen Gesichtern an den Ketten. Die Concorden des NHV sind eingeladen und sollen neben Angst mit ihren Wuchtkörpern auch für Stimmung sorgen. Damit ist nun eindeutig bewiesen: In Delitzsch ist der Schwarz-Weiß-Status überwunden.
Volley- und Handball können miteinander. Wem das nicht genügt: Es gibt auch was zu gewinnen. Rolf Troitzsch hat mit Sicherheit mehr als nur eine „große
Kiste“ dabei. Amen.