Zurück im Großstadtdschungel

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Volleyball-Regionalliga: Bad Düben und GSVE Delitzsch II starten am Wochenende gegen Dresdner Teams in die Saison
 

Am Netzt herrscht wieder Hochspannung: Jonas Rottosch von der Delitzscher Reserve kämpft hier gegen einen Markkleeberger Block. Foto: Alexander Prautzsch

 

delitzsch/bad düben. „Das Trikot bleibt an!“, sagt Thomas Haack trotzig. Dabei dämmert das Ende der Laufbahn am Firmament. Gerade hat sich der 37-Jährige zum zweiten Mal den Meniskus im linken Knie gerissen. Natürlich im Urlaub. Die Operation folgt im November. Damit dürfte es das mit dieser Saison gewesen sein, noch bevor sie begonnen hat. Am Sonntag startet sein SV Bad Düben in die Volleyball-Regionalliga, wagt sich zum zweiten Mal in den Großstadt-Dschungel der vierten Liga und ausgerechnet jetzt muss Haack wohl oder übel das Spieler in Spielertrainer streichen.

Sebastian Reichstein hat das mittlerweile ohnehin getan, konzentriert sich ganz auf seine Aufgaben am Spielfeldrand, wo er seinen GSVE Delitzsch II gern inbrünstig nach vorne schreit. Nicht nur beim Derby Kur- gegen Loberstadt, das erstmals nach fünf Jahren Pause wieder im Pflichtspielkalender auftaucht.

„Ein bisschen schwierig“, nennt Reichstein die Situation in Partien wie diesen. „Ich bin kein Feiner, sobald der Schiedsrichter angepfiffen hat. Aber solange die Punkte bei uns bleiben, ist alles schön.“ Die Dübener haben schwer etwas dagegen, zumal beiden Mannschaften mutmaßlich Klassenkampf pur ins Haus steht.

„Die Derbys könnten entscheidend sein und müssen definitiv gewonnen werden“, hält Haack dagegen. Der nunmehr ehemalige Mittelblocker wünscht sich für sein Team Platz sieben, dahinter sollen nach seiner Rechnung Markkleeberg und, er wagt es selbst kaum laut auszusprechen, sondern vernuschelt leicht: „der GSVE zwei“ landen. Klingt nach packenden Aussichten. Derby Nummer eins folgt schon an Spieltag II, am sechsten Tage des Oktobers.

Zunächst aber kämpft jeder für sich allein. Die Reserve-Recken starten am Sonnabend mit einem Heimspiel gegen den VC Dresden II (19 Uhr, Beckerhalle). Dem Volleyballclub sind sie beim Turnier in Hildburghausen bereits in der Sommervorbereitung über den Weg gelaufen. Dresden gewann das dortige Finale knapp und erntet allgemein reichlich Lob aus berufenem Munde. „Eine sehr junge, sehr gut ausgebildete Truppe. Da gerate ich ins Schwärmen. Da wollen wir als Verein hinkommen. Für uns wird das ein schweres Spiel, das wird nur über den Kampf gehen“, sagt Reichstein.

Keine 24 Stunden später steigen die Dübener in die Kombüse und bekommen zum Auftaktdinner gleich die womöglich am schwersten im Magen liegende Hauptspeise vorgesetzt – zu Tisch beim amtierenden Regionalliga-Meister TU Dresden. Die technisch-universitären werden am Sonntag ab 15 Uhr wohl kaum im Kerzenschein bei Malzkaffee und Frankfurter Kranz warten.

Das weiß auch und nicht nur Thomas Haack. „Ich hoffe, dass wir uns gut verkaufen und mit ein bisschen Glück einen Punkt entführen oder sogar zwei. Nein, einer wäre okay.“ Damit dürften die Ambitionen der „Holzbuben“ ziemlich exakt definiert sein.

Personell stehen an der Mulde wie am Lober hinlänglich bekannte Gesichter. Insofern wuchern die Herren mit eingespielten Pfunden. Sebastian Reichstein gibt trotzdem den Oberskeptiker: „Ich bin verhalten, was Prognosen betrifft. Vergangenes Jahr hatten wir auch eine gute Vorbereitung und sind dann nur schwer in die Saison gekommen.“

In Bad Düben gibt man sich dagegen fast schon ein wenig frech. „Wir sind konkurrenzfähig, die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung war enorm hoch. Auch wenn ich uns im Verhältnis zu den anderen Mannschaften der Liga nicht einschätzen kann, sind wir an einem richtig guten Punkt angekommen.“

Vielleicht ja sogar so gut, dass er sich bei vorzeitig geschafftem Klassenerhalt noch einmal für ein paar Sekunden selbst einwechseln kann. Das Trikot hat der ehrgeizige Thomas Haack schließlich immer an.

Spielplan GSVE Delitzsch II:

28. September: GSVE II – VC Dresden II

6. Oktober: SV Bad Düben – GSVE II

13. Oktober: GSVE II – Dresdner SSV

2. November: Neuseenv. Markkleeberg – GSVE II

9. November: L.E. Volleys II – GSVE II

23. November: VSV Oelsnitz – GSVE II

30. November: GSVE II: TSV Leipzig

7. Dezember: TU Dresden – GSVE II

14. Dezember: VC Dresden II – GSVE II

11. Januar: GSVE II – SVB

1. Februar: GSVE II – Markkleeberg

8. Februar: GSVE II – L.E. Volleys II

23. Februar: Dresdner SSV – GSVE II

7. März: GSVE II – VSV Oelsnitz

14. März: TSV Leipzig – GSVE II

21. März: GSVE II – TU Dresden

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Delitzsch-Coach Sebastian Reichstein sagt: „Ich bin verhalten, was Prognosen betrifft. Vergangenes Jahr sind wir nur schwer in die Saison gekommen.“

 

LVZ, 26.09.2019