Auf- und Abstieg in fünf Akten

rauf runter

Beim Volleyball wird immer viel gemeckert. Auf den Verband, auf die Liga. So wie die Landwirte – entweder ist es zu trocken oder zu nass. Die Ernte: die war schlecht, könnte besser sein. Aber das Wetter ...

Zurück zum Volleyball. Jedes Jahr wird wieder die Stirn gerunzelt, werden Stoßgebete gen Himmel gesendet, wenn es um Auf- und Abstieg geht. Im Mai ist meistens erst klar, wer im Lift hoch oder runter geht. Es ist ein systemimmanentes Problem, bei dem sich nicht nur der Verband und die Liga, sondern auch die Teams mal an die eigene Nase greifen sollten.

Denn allein beim Blick auf die ersten drei Ligen wird klar, dass der Modus ganz leicht ausgehebelt werden kann. Die Bundesliga fährt eingleisig, die zweite Liga schon auf zwei Spuren, die dritte Liga gar auf vier.

Als wäre das nicht genug, hat die Liga noch diverse Sonderregeln, mit denen ein Team in der Bundesliga bleiben kann, das eigentlich schon abgestiegen ist. Zudem kann sich auch ein Team einkaufen, ohne den beschwerlichen Weg durch die Niederungen gehen zu müssen. Und wer sich die Bundesliga nicht leisten kann, sich völlig übernimmt, kann auch ganz tief stürzen – in die dritte Liga oder noch tiefer. Konfusion perfekt.

Nicht ganz: Im Gegenzug können auch Mannschaften auf den Aufstieg verzichten. In der zweiten Liga Süd war das einige Jahre lang sogar die Regel. So hat sich ein wahres Haifischbecken entwickelt. Prominenteste Opfer der vergangenen Saison: Dinos wie Delitzsch, Kaderschmieden wie Leipzig. In diesem Jahr bangt wieder eine ewige Ligainstanz – die Freiburger Turnerschaft. Fellbach, immerhin zweimaliger Meister, hat sich schon verabschiedet. Und Gotha gleich Retoure? Was kommt aus der dritten Liga hoch?

Der GSVE. Das ist Fakt – sofern die Delitzscher die Lizenz bekommen. Gleiches gilt für Kriftel aus dem Süden. Damit wäre die Liga voll. Eigentlich. Schließlich müsste Rottenburg aus der Bundesliga in die Südstaffel der zweiten Liga. Eltmann geht hoch. Nun, aller Voraussicht nach bleibt Rottenburg aber in der Bundesliga. Zumindest wird nach dem entsprechenden Antrag darüber beraten. Deshalb haben die Leipziger nunmehr die Chance, auch gleich wieder zurück in die zweite Liga zu stürmen. Per Relegation gegen den TV Waldgirmes – am 26. und 28. April.

Christoph Rascher wird sein Team in den kommenden knapp drei Wochen den Leipziger Hallenboden auf Hochglanz polieren lassen. Derweil wird auch am Lober noch trainiert, allerdings nur einmal die Woche. Neue Spieler testen. Auslaufen. Sich auf die eigene Schulter klopfen.

Schließlich hat der GSVE seiner Ansage – direkt wieder aufzusteigen – auch Taten folgen lassen. Eindrucksvoll die Bilanz. 57 Punkte aus 22 Spielen. Lediglich zwei Niederlagen hat das Team von Trainer Frank Pietzonka kassiert. In Leipzig und in Deggendorf gab es eins auf die Nuss. Daheim: Alles gewonnen. Lediglich vier Sätze konnten die Kontrahenten in der Beckerhalle holen. Lieblingsergebnis der Saison: 3:0. Zwölfmal an der Zahl! Sieben Zähler vor Dresden, das (noch) auf den Aufstieg verzichtet, und elf vor Leipzig kam der GSVE ins Ziel. Ungefährdet also.

Positiv: Die sächsische Troika an der Spitze der dritten Liga – eine eigene Liga. Sechs Punkte ist die Kluft auf Platz vier groß. Zschopau hat sich auf Platz acht eingerichtet, 27 Punkte geholt. Da geht noch was, wenn junge Leute nachkommen. Jena kehrt in die Regionalliga zurück. Der Aufsteiger nimmt als Tabellenletzter gleich wieder den Lift. Genauso wie Taufkirchen. Amen.

Quelle: lvz

Von: Kirk Lazarus.