Stirb langsam: Jetzt erst recht

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Qual kommt von Qualität – im knüppelharten Endspurt der 3. Volleyball-Liga mehr denn je gefragt: Das
Hammerprogramm des GSVE wird morgen (19 Uhr) in Zschopau eingeläutet. Danach kommt Leipzig an den Lober, eine Woche darauf biegt der Bus der Delitzscher von der A14 in die Dresdner Altstadt ab. Später rollt der Dross-Express nach Eibelstadt und Taufkirchen. Er könnte leichter sein, dieser Sprint auf der Zielgeraden. Auch das Polster der Recken ist ohne Zutun auf drei Zähler geschrumpft. Da muss doch der Kopf zähneklappernd in den Sand gesteckt werden. Flüchte, wer kann!

Nein, wie beim Hollywood-Meisterwerk „Stirb langsam“ gilt nur ein Motto: Jetzt erst recht. „Wir haben alles selbst in der Hand“, sagt John McClane, alias GSVE-Trainer Frank Pietzonka. „Und ja, wir haben das schwerste Restprogramm von allen Teams der Liga. Trotzdem brauchen wir uns nicht zu verstecken.“ Der Blick geht nach vorn, Richtung zweite Liga. Der Weg ist das Ziel. „Wir haben zwölf Leute im Team. Wenn es bei einem auf der Platte schief läuft, kommt der Nächste. Mir ist nicht bange, ich male keine Szenarien“, schließt der 56-jährige Trainer der Delitzscher ab.

Frisch erholt geht es ans Werk. Drei Wochen ist der Auftritt in der Liga gegen Friedberg her. Zwei Wochen ließen es Trainer und Mannschaft etwas ruhiger angehen. Vor- oder Nachteil? „Da kann man sich viel einreden“, sagt Pietzonka. „Fakt ist, dass wir mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatten. Das ist jetzt ausgestanden“, erklärt der Coach.

„Trainingsbeteiligung und Stimmung sind gut“, berichtet Kapitän Felipe Pardini Glaser, „den Rest sehen wir am Samstag.“ In Zschopau, im nüchternen Hallentrakt beim VC. „Spielerisch eklig“, so lautet die Beschreibung des Gegners. Ein grätiges Team mit Gummiarmen, das überall auf dem Hallenboden schon da ist, wo der Ball eigentlich hin soll. Arbeits-
tiere. „Wir müssen mit allem rechnen“, sagt deshalb McClane.

Die Bedeutungsschwangerschaft der Partie wird allerdings beiseite gefegt. „Das Spiel ist genauso wichtig wie jedes andere. Wir wollen drei Punkte holen“, macht der GSVE-Kapitän klar. „Zeit zum Nachdenken ist nicht, jetzt müssen wir die Saison stark zu Ende spielen“, legt der Ballverteiler nach. Und das bitte mit Vollgas.

Von: KIRK LAZARUS

Quelle: lvz