Vier Ausfälle und eine bittere Schlappe

deggendorf

Manchmal trifft es dich mit voller Wucht, so ganz aus der Kalten. 0:3 – Lawinengefahr am Gipfel der 3.Volleyball-Liga. Der GSVE ist Sonnabend in Deggendorf ausgerutscht und böse auf die Nase gefallen. 23:25, 23:25, 28:30 – bitterer geht es nimmer. Ein Geschenk an die Verfolger aus Dresden und Leipzig, die um drei Zähler verkürzten.

So unerwartet die zweite Saisonniederlage der Delitzscher ums Eck bog, so nachvollziehbar war sie, teilweise zumindest. Ein Blick ins Spielprotokoll genügte. Bei den Gymnasialen schlug es in der vergangenen Woche mächtig ins Kontor. Neben dem Langzeitverletzten Jens Ellmrich (Fuß) erwischte es die nächste Waffe. Robert Karl muss sich wegen Gürtelrose von der Mannschaft fernhalten – höchste Ansteckungsgefahr. Ebenso bitter: Gleich beide Liberos fielen aus. Felix Winkler und Paul Geisler mussten passen, waren privat entschuldigt. Paul Lohrisch schleppte sich angeschlagen zum Spiel. Ergo blieb Coach Frank Pietzonka lediglich eine Wechseloption – im Zuspiel.

Um in Deggendorf wenigstens eine Variable mehr zu haben, griff Pietzonka zum roten Telefon. Am anderen Ende hob Sebastian Reichstein ab, Trainer der zweiten Garde. Weil das Team in der Regionalliga im Abstiegskampf steckt und zur selben Zeit in Delitzsch gegen den VC Dresden ans Netz musste, ging nicht viel mit Spielertausch. Lediglich seinen zweiten Libero Phillip Fölski konnte Reichstein entbehren. Um es vorwegzunehmen: Am jungen Grimmaer lag es nicht.

Trotz all der Unwägbarkeiten gab Pietzonka folgendes zu Protokoll: „Ich könnte sie in Schutz nehmen, weil wir dezimiert sind. Aber alle haben ein gewisses Anspruchsniveau und das haben sie nicht erfüllt.“ Wer zurück in Liga zwei will, muss solche Dinger gewinnen. Drin gewesen wäre es allemal. Nur machte die Unsicherheit den Recken vom Lober einen Strich durch die Rechnung. Das kleine Punktepolster von drei Zählern im ersten Satz gab den Delitzschern kein Selbstvertrauen, so dass sie sich kurz vor knapp abziehen ließen.

Mit diesem Knacks fiel das Team im zweiten Abschnitt ab. Sieben Punkte galt es in der zweiten Satzhälfte aufzuholen. Auch das gelang. Nur vermasselten sie es am Ende mit Fehlern dann doch wieder selbst. Weil sich Fölski Ende des zweiten Satzes auch noch was auswischte, stellte Pietzonka im dritten Durchgang erneut um. Julius Fritsche mimte den Libero, so wie einst in Krostitz.

Der Impuls kam an, der GSVE zog auf drei Punkte weg, hatte das Ziel beim 23:22 schon vor Augen und ließ sich wieder einfangen. „Deggendorf hat gut und sicher gespielt“, beschrieb der Trainer der Delitzscher den Gegner. „Wir wollen dann keine Fehler mehr machen und lobben den Ball über den Block anstatt draufzuschlagen.“ Beim 28:30 war der Drops gelutscht.

Von: Alexander Bley

Quelle Lvz