Zack, fertig!

dachau

Kaum raus aus der Jacke, ging es Sonnabend auch schon wieder rein in selbige. Die Recken ließen sich in der Beckerschachtel wirklich nicht lange bitten und hatten bei nasskaltem Winternieselwetter weder Erbarmen mit ihren durchgefrorenen Fans noch mit ihrem Gegner. Die pilgerten sogar nach Anpfiff noch zahlreich in den Delitzscher Osten. Von der unweiten Mehrzweckhalle. Schließlich kabbelten sich dort publikumswirksam im Nordsachsen-Derby die zweite Garde des GSVE mit dem Krostitzer SV. Die Sache endete übrigens 3:1 für den Reichstein-Trupp. Noch besser machte es die Drittliga-Garde. 3:0 (25:20, 25:18, 25:16) gegen den ASV Dachau nach 62 Minuten. Zack, fertig!

Mit den gewonnenen drei Zählern kommt der selbsternannte Aufstiegsaspirant auf nunmehr 38 Punkte. Das bleibt das Maß der Dinge in der Liga. Außerdem, so souverän wie der Regent vom Lober spazierte am 14. Spieltag kein Team durch die Liga. Die gesamte Konkurrenz quälte sich über fünf Sätze. Auch die härtesten Verfolger aus Dresden und Leipzig. L.E. gewann das Sachsenderby daheim hauchzart 3:2. „Traumergebnis“, jodelte es aus den Kehlchen der GSVE-Jungs. Nunmehr ist der Vorsprung vor DD auf sechs (bei einem Spiel Rückstand), der vor L auf neun angewachsen. Aber das nur am Rande.

Klar wie Kloßbrühe war der Delitzscher Ritt gegen Dachau aus zweierlei Gründen: Weil die Recken kompromisslos spielten und weil Dachau einfach nicht konnte. Der junge ASV-Rumpftrupp bestehend auch lediglich acht Mann war schlichtweg chancenlos. „Ein Provisorium“, beschrieb Konstantin Luber, eigentlich Kapitän und Diagonalangreifer der Gäste. Mit maladem Knie vertrat er seinen Coach Dominic von Känel. „In den ersten beiden Sätzen haben wir für unsere Verhältnisse noch ganz gut mitgehalten, sind im dritten dann aber weggebrochen“, sagte Luber, „es ist nicht einfach, wenn man nicht durchrotieren kann.“

Und so ergab sich für die Riesen vom Lober ein entspannter Abend, samt ruhigem Spiel. „Einen halben Satz haben wir gebraucht, um reinzukommen, aber dann haben wir sie dominiert“, fasste GSVE-Hightower Philipp „Bruno“ Maaß zusammen. Zweihundertundeins Zentimeter ist der Rotschopf lang. Lange Arme hat er auch, Springen kann er außerdem. Und einen saftigen Schlag. Ganz gute Voraussetzungen für einen Volleyballer also.

Trotzdem musste der Neuzugang aus Leipzig, der von Magdeburg über Bitterfeld an den Lober rutschte erst auf die Bank. Pietzonka junior, alias Tom durfte in der Mitte ran. So guckte Maaß in die Röhre. Nicht ganz. „Wir haben das vorher so ausgemacht, um eine andere Option auszuprobieren“, erklärte der Riese.

Die sah wie folgt aus: Der Mittelblocker kam in den Durchgängen eins und zwei als diagonale Wuchtbrumme ans Netz und machte das so gut, dass Philipp Thielow im dritten Satz draußen blieb. Der Delitzscher musste nicht etwa Platz machen, weil es für ihn nicht lief. Sondern schlichtweg genau das Gegenteil der Fall war. Es lief und so wechselte Trainer Frank Pietzonka durch. Bis auf die gerade erst genesenen Felix Winkler und Julius Fritsche durfte jeder mal ran. „Die Mannschaft war durch die Bank weg gut bis sehr gut“, urteilte Maaß.

Zum Spaziergang geriet das Spiel, weil Dachau „extrem schlecht angenommen hat“, sagte Björn Vanselow. Der Zuspieler stand gegen den ASV in der Startformation. „Wir waren stabil von Anfang an“, erklärte der Steller. Ergo klappte es mal im Aufschlag. Kaum Fehler, zudem ein starker Block und eine stabile Annahme.

„Wichtig war die Erfahrung, dass die Option mit Bruno funktioniert. Das ist nicht nur eine Option, wir können sogar umstellen, wenn es mal nicht klappen sollte“, fasste Trainer Frank Pietzonka zusammen.

GSVE Delitzsch: Vanselow, Bauer, Karl, Thielow, Lohrisch, T. Pietzonka, Geisler, Maaß, Pardini Glaser, Klemm.

Von: Alexader Bley

Quelle: Lvz