GSVE entfleucht der Konkurrenz

niederviehbach

Was war das für ein Sonnabend – die Fußball-Bundesliga ist in die Rückrunde gestartet, Deutschland siegt in Köln bei der Handball-WM souverän gegen Island und als wäre das nicht schon genug, Volleyball war auch noch. Richtig, der GSVE musste in der 3. Liga ran, Mission Niederviehbach. Teil zwei der Bayerischen Wochen für die Recken.

Und sie hielten sich schadlos, die Delitzscher beim TSV soviel vorab. Was die Mundwinkel der Konkurrenz weiter nach unten gezogen haben dürfte. Ja, diese Schwerkraft. Diese böse, böse Wirklichkeit. In der stehen die Gymnasialen Volleyball-Helden vom Lober bombenfest auf dem ersten Rang. Die Punkte 33, 34 und 35 wanderten auf das Volksbank-Konto. Transaktion aus Niederviehbach. Die mussten einzahlen – 22:25, 23:25, 20:25. Ergo glatter Sieg auf drei Etappen für die Recken. Der neunte Zu-Null-Satz-Sieg im 13. Spiel für den GSVE in Liga drei. Plus die drei weiteren et voila – nur einmal ließen sich die Delitzscher in dieser Saison bisher die Butter vom Brot nehmen.

Und es kam noch besser. Nachdem die Lober-Schwiepen frisch geduscht und wohlriechend ihre vollständig geladenen Smartphones von der Steckdose nahmen, das Mützchen über den Schopf zogen, ihr Jäckchen schlossen und mit der Sporttasche glückselig gen Bus watschelten und endlich wieder Netz hatten, sahen sie das schier Unglaubliche. Die Verfolger ließen Federn. Sowohl Dresden als auch Leipzig. Beide Teams gewannen zwar ihre Partien, kamen aber jeweils nicht über ein 3:2 hinaus. Das gibt nur zwei, statt drei Punkte. L.E. musste sich unbändig kämpfenden Zschopauern stellen, Dresden sehr gut aufgelegten Deggendorfern. Und so hat Delitzsch nunmehr vier Zähler Vorsprung vor DD, bei einem Spiel Rückstand und satte acht auf die Volleys von der Pleiße.

Wie das wohl die Recken bewertet haben? Grundehrlich natürlich: „Wir haben uns über die Patzer der Konkurrenz gefreut, sind aber nicht so naiv, um zu denken, dass wir schon durch sind“, sagte Kapitän Felipe Pardini Glaser. Auch Mittelblock-Waffe Robert Karl stimmte in diesen Chorus ein. „Ich finde das Polster noch lange nicht beruhigend, von daher macht es auch nicht müde. Es ist ja fast noch die Hälfte der Saison zu spielen und da kann noch einiges passieren.“ Soweit dazu.

Zum Spiel: Die Libero-Lücke beim GSVE schloss sich schneller als gedacht. Paul Geisler sprang für den verletzten Felix Winkler in die Bresche und fügte sich quasi nahtlos in den Annahmeriegel. Fast schon Usus kamen die Recken schwer in die Gänge. Nach dem 12:14 sprang der Hebel um, der GSVE glich aus, kurz darauf ein zweiter Fingerzeig – mit 22:20 stellten die Recken die Weiche auf 25:22-Satzsieg. Besser ließ sich das schon im zweiten Abschnitt an. Philipp Maaß, der im ersten Satz für Tom Pietzonka auf die Platte kam, war nun warm und geschmeidig wie der Rest des Trupps. 10:6; 20:15 – klares Ding. Fast. Kurzer Spannungsabfall beim GSVE. Laissez-faire bis zum 22:22. Kurzes Schütteln und dann 25:23.

Mit zwei Sätzen auf der Habenseite lässt es sich leichter spielen, da kann man auch mal gucken, was der Gegner so fabriziert und mitlaufen. Vom 13:12 spurteten die Delitzscher auf 18:14 und ließen mit der Ziellinie vor Augen nicht locker – 25:20. Eine Stunde und 15 Minuten Spielzeit. „Der Sieg war nie gefährdet, weil wir ruhig und konzentriert gespielt haben“, fasste es Robert Karl zusammen. „Fehler werden immer passieren, ab und zu sind es auch zwei bis drei zuviel, aber trotzdem bleiben wir fokussiert“, fügte sein Kapitän an. An diese Erkenntnisse lässt sich doch anknüpfen ...

GSVE Delitzsch: Pardini-Glaser, Thielow, T. Pietzonka, Geisler, Bauer, Maaß, Karl, Lohrisch.

Von: Alexander Bley

Quelle: Lvz.