GSVE-Urviech packt sich die Mamba

Mamba

Was bleibt nach so einer Partie? 3:0 blinkt die Anzeige rot vorm gelben Klinker. 21.14 Uhr am Samstagabend. Guter Start ins neue Jahr. Der GSVE gibt sich keine Blöße, gewinnt zum verkappten Rückrundenauftakt gegen den TSV Eibelstadt glatt in drei Sätzen 25:18, 25:23, 25:17 und bleibt damit weiter das Maß der Dinge in der 3. Liga.

Trotzdem, irgendwie schien dem Spiel die Würze zu fehlen, es wirkte abgehackt. Wenig Spielfluss. Ergo keine Werbung für den Volleyball. Augenkrebs hatte trotzdem keiner der 124 Zuschauer in der Beckerhalle zu befürchten. „Die Delitzscher waren besser, das müssen wir neidlos anerkennen“, zog Gäste-Kapitän Philipp Fäth sein Fazit. „Sie waren uns körperlich überlegen, haben uns gut abgewehrt. Im ersten und dritten Satz haben wir über Außen so gut wie keine Punkte gemacht“, gestand die heilige Dreifaltigkeit der „Black Mambas“ (Trainer, Kapitän, Zuspieler).

Nur, derart überlegen sah das gar nicht aus. „Es war kein schönes Spiel“, stimmte der Delitzscher Trainer Frank Pietzonka in den Chor mit ein. Aber: „Das ist Krümelkackerei“, sagte der Coach. „Auch wenn manches nicht geklappt hat, so steht doch am Ende ein souveränes 3:0.“ Lange Ballwechsel gab es lediglich im zweiten Satz.

Nicht so ansehnlich heißt bekanntlich nicht gleich schlecht. Positiv: Die Recken hatten sich an der Aufschlaglinie im Griff und machten mächtig Druck, so dass die Block-Feldabwehr glänzen konnte. „Unsere taktischen Aufschläge waren gut, dann hatten sie es schwer“, fasste Paul Lohrisch zusammen. Der Außenangreifer schwang Neujahr in Anwesenheit im Training das Zepter. Von allen gut befunden. Auch von Lohrisch selbst: „Den jungen Spielern kann ich unheimlich helfen“.

Und von denen sollte an jenem Abend einer herausstechen – Philipp Thielow, Delitzscher Angriffshoffnung auf der „Reichstein“-Position. Der Diagonalangreifer wurde zum wertvollsten Spieler der Partie gewählt. Eben weil er mit seinen Aufschlägen Druck machte und im Angriff dann glänzte, wenn die Mittelangreifer keine Option waren. „Das war grundsolide. Wir sind unserer Favoritenrolle gerecht geworden“, meinte der 22-Jährige. Starallüren hat der Junge, der lange Zeit als aufmüpfig galt, nicht. Genau das Gegenteil scheint der Fall zu sein – ehrgeizig, aber ruhig. Nur selten bricht der Vulkan aus.

Es war eben ein typisches Spiel zum Auftakt. Es galt, die Gelenke zu schmieren, den Motor wieder anzuwerfen und den Rundlauf zu testen. Erster Eindruck: Die Karre läuft. Vollgas musste nur im zweiten Satz gefahren werden. Einen Vier-Punkte-Rückstand egalisierte der GSVE-Bolide in einem Spurt. Und zwar unnachahmlich über die Mitte. Nicht zu verteidigen, weil variabel.

Das macht sie aus, eine Spitzenmannschaft. Anziehen, wenn es nötig ist. Nur, die Gefahr, sich selbst einzulullen, die ist immanent. Und das wissen auch die Delitzscher. „Es bringt nichts, wenn wir dann ausflippen. Wir müssen ruhig bleiben. Fehler passieren. So können wir die Stimmung oben halten“, erklärte Lohrisch das Patentrezept.

Abschlussfazit: Das Urviech aus dem Lober packte die Mamba am Hals. Kein Biss, keine Gefahr. Auch wenn die Mainfranken aus Eibelstadt erst aufgestiegen sind und alle beim GSVE einen Pflichtsieg erwarteten, sollte nicht vergessen werden, dass sich der TSV auf Rang vier festgesetzt hat und bisher kein Spiel zu Null abgeben musste. Aber irgendwann ist immer das erste Mal.

GSVE: Winkler, Thielow, Vanselow, T. Pietzonka, Geisler, Bauer, Klemm, Pardini Glaser, Maaß, Karl, Lohrisch.

Von: Alexander Bley

Quelle: http://epaper.lvz.de.