Zur richtigen Zeit ein Schuss vor den Bug

serieGerissen

Futsch, Aus, Ende, Vorbei! Die Serie des GSVE ist gerissen, nach sechs Spielen. „Die 3:0-Siege haben uns satt gemacht, deswegen hatte ich Freitag schon eine Ansprache im Training gehalten“, polterte Delitzschs Mittelblocker Robert Karl. Schien nicht wirklich was genützt zu haben. „Wir waren nicht voll konzentriert, die Angst, dass wir abflachen war begründet und Zschopau ist mit Vollgas zu uns gekommen“, legt der Informatik-Lehrer nach. Ernste Miene, böses Spiel.

Aus dem Kontext gerissen. Ja, eine Serie ist futschikato, eine weitere hat seit dem ersten Auftritt in der 3. Volleyball-Liga Bestand. Die Gymnasialen bleiben im achten Auftritt weiter ungeschlagen, nur die Zu-Null-Satz-Serie ist dahin.

Recken drehen zeitweilig auf

Nach einem 22:25 am Sonnabend in der Becker-Schachtel (Majestätsbeleidigung) drehten die Recken auf, ließen ein 25:15 im zweiten Durchgang, im 3. Satz ebenfalls ein 25:15 und last but not least im Schlusskapitel ein mildes 25:13 folgen. Wäre Machiavelli Herr im Hause gewesen, hätten die Zschopauer ein einstelliges Ergebnis eingeschenkt bekommen. Der GSVE-Fürst alias Frank Pietzonka ließ Gnade vor Recht walten und alle Jungs seiner heimischen Miliz aufs Parkett, die den Weg in die Halle gefunden hatten. Natürlich könnten die Riesen vom Lober nach dem achten Sieg in Serie weiter wie Fettaugen auf der Suppe schwimmen, schließlich ließen die Verfolger einen Gucken und nahmen sich wie bereits vergangenen Mittwoch auch Sonnabend gegenseitig die Punkte weg. L.E. wurde von der Welle, auf der sie surften, verschluckt: 2:3 in Deggendorf. Zuvor hatten Raschers Boys noch in Dresden 3:2 gewonnen. Der VC gewann wiederum Sonnabend gegen Friedberg. Also haben die eben benannten Teams allesamt drei Niederlagen auf der Uhr. Bei bereinigter Tabelle wäre der GSVE also in weiter Front.

Fettaugen gehen gar nicht! Deswegen werden die auch abgeschöpft: Diesen „Schuss vor den Bug“, sagte Trainer Pietzonka hatte er sich schon vor zwei Wochen gewünscht, als die Recken ihren Kopf nochmal aus der Schlinge zogen und den Satz auf den letzten Metern gewannen. „Das richtige Signal zur rechten Zeit“, pflichtete Benedikt Bauer seinem Trainer bei. „Wir sind auch nur eine Mannschaft, wie jede andere in der 3. Liga auch.“ Perspektivwechsel: VC Zschopaus Trainer Andreas Richter sah das ein wenig anders: „Nur im ersten Satz haben wir Delitzsch soweit gebracht, dass sie sich nicht wohl gefühlt haben, mit der Zeit haben sie sich stabilisiert. Dann wurde der Klassenunterschied sichtbar. Der GSVE ist eine Zweitliga-Mannschaft. Das konnten wir nur mit Risiko ausgleichen.“

Es hagelt Asse und Blocks

Ab dem zweiten Abschnitt hagelte es Asse, Blockserien und brachiale Angriffe von links, rechts, der Mitte oder aus dem Hinterfeld oder Zuspieler Felipe Pardini Glaser narrte alle und legt den Ball in den freien Raum. Der GSVE konstant, Zschopau zu fehlerbehaftet. Locker ließen die Delitzscher aber trotzdem nicht. Trotz Wechselei kein Abbruch im Spielfluss.

Jungspund Philipp Thielow durfte anfangen, für den Ex-Zschopauer Jens „Emma“ Ellmrich und machte sowohl im ersten, als auch zweiten Satz jeweils den ersten Punkt. Somit hat nicht mehr GSVE-Überflieger Sebastian Reichstein allein diese Marke inne.

GSVE: Pardini Glaser, Vanselow, Ellmrich, Lohrisch, Fritsche, Karl, Thielow, Klemm, Bauer, Maaß, Geisler, Winkler.

Von: Alexander Bley

Quelle: http://epaper.lvz.de