Sieben auf einen Streich: GSVE stürmt Spitze

spitzenreiter

Sie dauerte eine halbe Ewigkeit, die Auswertung der Partie. Kräftezehrend und mit mehreren Wechseln der Lokalität verbunden. Sonntagmorgen 5.55 Uhr dann der Durchbruch. „Um diese gute Leistung richtig nachvollziehen zu können, mussten wir das Spiel analysieren“, leitete Felipe Pardini Glaser das GSVE-Mannschaftsstatement ein und führte fort: „Das war solide.“ Darauf kann man kommen, bei ein, zwei Becherchen Saft im Kakadu und Elsterartig. Schließlich sind die beiden Leipziger Schuppen dafür bekannt, dass dort eher wenig Sport getrieben wird.

Verdient hatten die Recken vom Lober den Müßiggang allemal nach diesem Abend. Siebter Auftritt in Liga drei, siebter Streich. Und endlich, der längst überfällige Sprung an die Spitze. Der GSVE besiegte am Sonnabend den TSV Deggendorf in altbekannter Manier, nämlich 3:0. Und dieses Mal war es wirklich glasklar. 25:17, 25:18, 25:16. 62 Minuten dauerte die Chose, etwa 250 Zuschauer wohnten dem Spektakel im Becker-Karton bei.

Selbst Trainer Frank Pietzonka, der sonst immer das Härchen in der Suppe oder die Nadel im Heuhaufen findet, war restlos zufrieden. „Die ganze Mannschaft hat sich ein Lob verdient“, sagte der Coach, „das war das erste Mal, dass alles funktioniert hat.“ Erstmalig konnte Pietzonka wirklich die lange angekündigten Register ziehen – jedem Spielanteile geben. Lediglich zwei Personen waren am Sonnabend davon ausgenommen: „Bazillus“ Paul Lohrisch und „Annahme-Berater“ Paul Geisler.

Möglich war das, weil der GSVE in jedem Satz schnell aus den Puschen kam. 6:1 im ersten Durchgang, 5:1 im zweiten, 5:0 im dritten. Zu keiner Zeit war der Sieg der Delitzscher in Gefahr. „Wir haben von Beginn an unser Spiel durchgezogen und Druck ausgeübt“, fasste es Kapitän Pardini Glaser zusammen. „Vielleicht haben die Wechsel dieses Mal gerade geholfen, die Konzentration oben zu halten, weil alle spielen und sich gut präsentieren wollten“, spann der 25-Jährige den Faden weiter.

Das Spiel lief wie folgt: 18:9 (1. Satz), 13:5 (2. Satz), 23:14 (3. Satz). Dicke Polster. Gleich drei Positionen besetzte Pietzonka jeweils neu, als der GSVE davonzog. Und das tat dieses Mal keinen Bruch, wie sonst, scheinbar zementiert das Kartenhaus. „Sie waren von der ersten bis zu letzten Minute konzentriert“, beobachtete der Trainer, und ordnete die Grüne-Klee-Wiese so ein: „Deggendorf war nicht gut, aber wir haben ihnen auch keine Möglichkeit gegeben, besser zu werden.“

Von der Spitze aus sollten die Recken den Feldstecher in die Hand nehmen und am Mittwoch mal durchlunzen. Da treffen sich neben Friedberg die zwei ärgsten GSVE-Verfolger. Dresden empfängt Leipzig. Und einer wird dem Anderen weh tun. Vielleicht wird’s aber auch wie beim tapferen Schneiderlein. Wenn zwei sich streiten …

Von: Alexander Bley

Quelle: http://epaper.lvz.de