3. Volleyball-Liga Ost: Gegen Deggendorf winkt dem GSVE Delitzsch morgen die Tabellenführung

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„ Was ich mir wünsche?“, wiederholt GSVE- Trainer Frank Pietzonka. „Dass die Jungs sich gegenseitig helfen, dass einer für den anderen da ist. Dass sie, wenn es schlecht läuft, sich aneinander hochziehen.“ Klingt leicht niedergeschmettert, aber auch ein klitzeklein wenig nach der Weltformel, mit der Nicole 1982 den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann. Die ging so: „Ein bisschen Frieden, ein bisschen Träumen und dass die Menschen nicht so oft weinen, ein bisschen Frieden, ein bisschen Liebe, dass ich die Hoffnung nie mehr verlier‘.“

Traurig sein muss der Coach des
Volleyball-Drittligisten vom Lober vor dem nächsten Heim-Gig am morgigen Sonnabend (20 Uhr, Beckerhalle) gegen den TSV 1861 Deggendorf keineswegs. Sechs Spiele, sechs Siege, davon fünf ohne jedweden Satzverlust. Platz drei in der Zwischenabrechnung. Mit dem nächsten Dreier kann sich der GSVE sogar an die Spitze katapultieren. Und dennoch schlägt Pietzonka dieses Mal lieber die leisen Töne an, will nicht poltern. Eine Vorahnung?

Zu poltern gab es nach dem 3:0-Sieg gegen den MTV München einiges. Dem schwachen Start oder dem Aus-der-Bahn-Tanzen bei der Taktik. Zwischendrin absolute Dominanz. „Verständlich“, sagt der Coach der Delitzscher. Denn Gegenwehr flammte bei den Kontrahenten bisher immer nur phasenweise auf. Nicht verwunderlich, dass auch Kapitän Felipe Glaser Pardini deswegen eher den „Wettstreit mit sich selbst pflegt“.

Leise Töne schlägt er aber auch an, weil der Unterbau der Granden derzeit nach der Form sucht. Deswegen standen in dieser Woche gleich zwei gemeinsame Spieleinheiten mit dem Nachwuchs um Sebastian Reichstein an. Dabei würfelte auch Pietzonka sein Team wild durcheinander. „Klar, dass da Fehler passieren. Das sollen sie ja auch, im Training können wir ja eingreifen.“ Der Coach hat ein gutes Gespür, wann der Holzhammer gebraucht wird oder eher der Samthandschuh.

Angst nehmen, das ist das Ziel solcher Einheiten. Angst, die einen beschleicht, wenn der Pass mal nicht so steht, wie er soll und sich dann auch noch ein unüberwindbarer Block auftut. Einfach mal draufkirscheln. Die Angst, die einen „Neuen“ beschleicht, sich plötzlich im Kreis der Großen wiederzufinden.

Denn das wird unweigerlich auch morgen gegen den Tabellenachten geschehen, der tags darauf noch Jena bereist. Paul Lohrisch fehlte in der Woche bisher krankheitsbedingt, Tom Pietzonka ebenso. Umso wichtiger war es in der Woche in Spielform an der Abstimmung untereinander zu tüfteln.

„Mir ist es egal, ob wir 3:0, 3:1 oder 3:2 gewinnen“, sagt Pietzonka, „wichtig ist, dass wir gewinnen.“ Etwas Druck wird immer bleiben, dass weiß auch der Coach, denn schließlich ist der GSVE selbsternannter Ligafavorit. Aber am Ventil kann man gelegentlich mal drehen und etwas Luft vom Kessel lassen. Motivation? Vorhanden! Die Tabellenführung winkt.

Von Emil Timm

Quelle: http://epaper.lvz.de