GSVE hat keine Mühe gegen Jena, aber viel Mühe mit sich selbst

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Delitzsch. Da passte schon vor der Partie so einiges nicht: Das Tor zum Parkplatz vor der Beckerhalle verschlossen, die Anzeigetafel drinnen ohne Lebenszeichen. Fragende Gesichter, kein Hallenwart da und keine Balljungs, die die Bälle umherrollern.

All das hatte so ein bisschen Regionalliga-Charme. Da kam der Kontrahent aus Thüringen, gegen den der GSVE ran musste, übrigens auch her. Und so sah das Spiel auf beiden Seiten zwischenzeitlich auch manchmal aus.

Bekanntermaßen springt ein gutes Pferd nur so hoch, wie es muss. Die Delitzscher sind in der 3. Volleyballliga so eines. Und so sichert sich das Team von Trainer Frank Pietzonka am Sonnabend mit einem glanzlosen Erfolg vor 150 Zuschauern mit Satzsiegen von 25:23, 25:20 und 25:18 gegen den VSV Jena drei Punkte. „Das war kein gutes Spiel von uns, was bleibt, sind die drei Punkte“, fasste Robert Karl die Pflichtaufgabe zusammen, „das ist nicht die Leistung, die wir haben wollen. Wir müssen uns steigern!“

Klare Worte nach einer Partie, in der die Gymnasialen sich stets erst gen Satzende am Riemen rissen. Und da trennt sich bekanntlich die Spreu vom Weizen. „Da ist Delitzsch abgezockter“, fasste es VSV-Coach Christian Schumann zusammen. „Wir machen dann einfache Fehler, die der GSVE nicht macht. Deswegen kämpfen wir um den Klassenerhalt.“

Das Team vom Lober will mehr, zurück in die 2. Liga. Reicht dafür die Leistung? Pietzonka erklärt es so: „Es gibt spannende Spiele, wie gegen Dresden vor zwei Wochen. Es gibt schöne Spiele, wenn du den Gegner in drei Sätzen zu 25:15 aus der Halle schießt und es gibt Spiele, in die du dich reinkämpfen musst.“

Gegen Jena war das so ein Spiel. Eines mit wenig Spielfluss, weil der VSV sich mit technischen Fehlern und manchmal auch fehlendem Schneid selbst aus der Partie nahm. Aber auch, weil der GSVE-Trainer in jedem Satz sein Wechselkontingent vollends ausschöpfte. Nicht immer, weil die Riege auf der Platte schlecht war. Auch dafür hatte Pietzonka eine Erklärung parat: „Es gibt taktische Wechsel, Wechsel bei Führung, um Spieler zu schonen und es gibt Wechsel, wenn jemand auf dem Feld blind ist.“ Die GSVE-Lesart ist nun wieder eine ganz andere: „Jeder bekommt seine Chance, jeder kann sich präsentieren“, sagt der 55-Jährige. „Ich werde nicht wieder den Fehler machen, die Leute zu holen und sie dann draußen stehen lassen“, machte Pietzonka klar. „Das Risiko ist uns bewusst und klar müssen wir uns steigern“ stimmte er dann doch in den Kanon mit ein, den sein Mittelblocker Robert Karl angestimmt hatte.

Zweieinhalb Sätze schaute er sich das ruckelnde Getriebe an, bevor die etablierten Rädchen wieder eingesetzt wurden. Das Quartett – Benedikt Bauer, Paul Lohrisch, Jens Ellmrich und Felipe Pardini-Glaser – war Katalysator und Spaßbremse zugleich. Über ein paar Stationen im Aufschlag, im Block und im Angriff gepaart mit der Fehlerquote der Jenaer setzte sich der GSVE in weite Ferne ab.

Übrigens: Anwesend waren auch ein paar „Veteranen“. Hans Jürgen Maune, Ex-Co-Trainer, gesellte sich neben René Berlet. Außerdem ließ sich Dübens Flummi Jens Andrä in der Halle blicken.

Von Alexander Bley, Quelle: http://epaper.lvz.de