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GSVE Delitzsch steigt ab, bleibt Trainer Frank Pietzonka?

Absturz aus der 2. Volleyball-Bundesliga nach 15 Jahren / Personalgespräche in vollem Gange

Es war der letzte Fight dieser Saison. Nach 15 Jahren mindestens in der 2. Volleyball-Liga – davon eines in der Bundesliga – muss der GSVE Delitzsch die Koffer packen. Die Hiobsbotschaften kurz vor der Partie beim Meister in Grafing am Sonnabend passten ins Bild. Ohne Drei reisten die Delitzscher gen München. Denn im Abschlusstraining verletzte sich Mittelturm Lukas Maase, Paul Lohrisch musste wegen Grippe passen. So fehlten zwei Eckpfeiler jenes Teams, das zuletzt siegreich durch die Liga pflügte. Zu allem Überfluss fiel Trainer Frank Pietzonka kurzfristig berufsbedingt aus.

0:3-Niederlage beim Meister Grafing

So mussten sich die Recken nach beherztem Kampf vor dem Bär am Sonnabend verneigen. 24:26 in letzter Sekunde im ersten Durchgang, nach 20:19-Führung eine Serie im zweiten Satz kassiert und diesen mit 21:25 verloren. Damit war das Ding vor 500 Zuschauern in der Jahnsporthalle durch, das war allen klar. Der GSVE muss den Gang nach Canossa antreten. In Liga drei. Wie auch die L.E. Volleys.

„Es hätte auch so nicht gereicht“, sagte Vereinspräsident Jörg Holzweißig. Denn Karlsruhe nutze den Matchball in Leipzig. 3:1 gewann das Team von Diego Ronconi gegen die tapfer kämpfenden Leipziger. 310 Zuschauer, darunter auch Delitzscher Anhänger, verabschiedeten Raschers Jungs.

Holzweißig machte dem von ihm und Olaf Pohlmann angeleitetem Team Sonnabend keinen Vorwurf. „Die Punkte haben wir in der Hinrunde liegen gelassen. Zu 80 Prozent, weil sich mit Felipe Pardini Glaser der Zuspieler verletzt hat“, begründet er. Die restlichen 20 Prozent seien Einstellungssache einiger Spieler gewesen. „Diejenigen müssen sich selbst an die Nase fassen“, resümiert der GSVE-Präsident. 33 Punkte und zwölf Siege reichen nicht für den Klassenerhalt. Damit werden wohl die Delitzscher bis dato als die besten Absteiger der 2. Liga in die VBL-Geschichtsbücher eingehen. Hadern diesbezüglich und die Schuld bei anderen suchen, das machen auch die Spieler nicht. Positiv: Sie haben nach der Weihnacht trotz der fast ausweglosen Lage nicht aufgesteckt.

Neuanfang unter Reichstein?

Wie nun weiter in Liga drei. Fakt ist, Spieler werden den Verein verlassen. Lukas Maase etwa, der gen Bundesliga strebt. Wer noch, das ist vorerst offen. Am Dienstag beginnen die Vertragsverhandlungen. Ist das Team nicht wiederaufstiegstauglich, tritt auch Frank Pietzonka zurück. „Dann ist ein Neuanfang mit Sebastian Reichstein der beste Weg“, sagt er. „Ich würde dem Verein im Vorstand erhalten bleiben und Basti den Rücken freihalten.“

Soweit scheint es aber wohl nicht zu kommen. Denn die Signale aus dem Team zeigen grün, angeblich auch bei Robert Karl, der eigentlich in der 2. Liga weiter schmettern wollte. Da kämen in der Region nur die Optionen Spergau (Meister Nord) und Bitterfeld in Betracht. „Erst, wenn wir die Unterschrift haben, glaube ich es“, sagte Realist Holzweißig.

„Zu 90 Prozent wird der Wiederaufstieg angepeilt“, sendet aber auch Holzweißig positive Signale. Die nächsten 14 Tage werden für Gespräche mit Spielern und Sponsoren genutzt. Zwei Spieler wurden bereits verpflichtet. Phillip Thielow rückt ins erste Glied. Zudem kommt Julius Fritsche aus Krostitz. Vier weitere Neuzugänge sollen folgen. „Wir wollen zwölf Spieler im Kader haben“, begründet der Präsident. Viel Zeit zur Trauer bleibt also nicht – die Planungen müssen voranschreiten, damit Pietzonka nicht die Reißleine zieht. „Leicht würde mir das nicht fallen, der GSVE ist schon mehr als ein Verein.“ Die Recken trainieren noch bis Ende des Monats. Schon da können neue Spieler gesichtet werden. Übrigens, die 3. Liga wird wahrlich ein Fest – eine (fast) reine Derbyliga.

GSVE Delitzsch: Pardini Glaser, Büschel, Karl, Ellmrich, Bauer, T. Pietzonka, Geisler, F. Winkler, Berlet, Erdmann, Vanselow.

Quelle: LVZ - Regionalteil Delitzsch, 24.04.2018