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Lebenszeichen im Abstiegskampf

Der GSVE Delitzsch ringt mit sich, zeigt Ego und holt zwei Siege auf des Messers Schneide

Das war wirklich kaum zu fassen, was am vergangenen Wochenende in der Beckerschachtel abging. Purer Stoff für Krimis. Nix für Weicheier. Auf aller, wirklich allerletzter Rille entgehen die Gymnasialen dem Sensenmann. In einem absoluten Fight, nicht immer schön, aber schön emotional.

Da war er endlich wieder, dieser nimmer aufsteckende GSVE Delitzsch. Mitten im Abstiegskampf sendet der Volleyball-Zweitligist vom Lober ein Lebenszeichen. Mit zehn Sätzen wurde der Volleyballgott gnädig gestimmt. Ohne Fleiß und Schweiß, kein Preis! 3:2 (19:25, 25:19, 23:25, 25:19, 16:14) am Sonnabend gegen extrem frech aufspielende Jugendnationalspieler aus Frankfurt (Main). 3:2 am Sonntag (25:21, 18:25, 25:20, 28:30, 18:16) gegen die TG Rüsselsheim. Zwei Siege, vier Punkte.

Von möglichen sechs. Zu wenig? „Nein“, sagte Trainer Frank Pietzonka entschieden. „Es ist geil, dass wir gewonnen haben, aber wir haben es uns echt schwer gemacht“, pustete Robert Karl nach viereinhalb Stunden Dauerfeuer. „Ich bin sehr froh, dass wir das gepackt haben“, sagte der Mittelangreifer der Delitzscher. „Ja, es war ein bissl Glück dabei, aber umso wunderschöner ist das Ende“, sprudelte es aus ihm heraus.

Balsam in Zeiten, in denen Selbstzweifel aufkamen. Abstiegskampf ist eben nichts für schwache Nerven. Und erst recht nichts für Zartbesaitete. „Wir haben gerade richtig scheiße gespielt“, legte der angehende Pädagoge Karl noch einen drauf. Nach dem ersten Satzverlust gegen die Internatler aus Frankfurt hatte der Coach seinem Team einen ordentlichen Einlauf verpasst. „Entweder wir arbeiten zusammen oder wir lassen das. Also machen!“

Was sich zeigte: Die Gymnasialen gaben nicht auf. Beileibe gab es schon Tage, an denen am Lober besseres Volleyball gespielt wurde, aber selten haben die Riesen in dieser schwierigen Phase so viel Moral bewiesen. „Ja, die Grundmoral hat sich gebessert“, sagte Robert Karl. Die positiven Ergebnisse müssen zwar auf dem Feld noch erzwungen werden, bringen aber zumindest ein paar Punkte. Der GSVE robbt sich an die Konkurrenz ran, auch wenn beileibe noch nicht alles Gold ist, was glänzt. Zumindest konnten die Delitzscher ihren Abstand zum rettenden Ufer auf drei Zähler verkürzen. Denn Karlsruhe verlor gestern das Baden-Derby gegen die Freiburger Turnerschaft 1:3. Auch der TSV Unterhaching ließ Punkte liegen. Gegen Mainz verloren die Bayern glatt in drei Sätzen. Sowohl Karlsruhe und Unterhaching ließen daheim die Punkte liegen.

Dass der Ehrgeiz wieder gekitzelt wird, bewies auch die kritische Rückschau Karls: „In Mainz hätten wir es verdient, wären so rangekommen. Wer weiß aber, wozu dieser eine Punkt gut ist. Schließlich wird es noch ein übelst schwerer Weg bis zum Klassenerhalt.“

GSVE: Pardini-Glaser, M. Winkler, Karl, Lohrisch, Bauer, T. Pietzonka, Geisler, F. Winkler, Maase, Vanselow, Büschel.

 

Quelle: LVZ - Regionalteil Delitzsch, 29.01.2018