GSVE Delitzsch schöpft trotz Niederlage neue Hoffnung

Zweitliga-Volleyballer verlieren gegen den TSV Grafing nach starker Vorstellung 1:3

„Wir sind unzufrieden, weil wir keine Punkte haben!“, sagte der Delitzscher Trainer Frank Pietzonka nach dem Spiel. Doch die 1:3 (26:28, 27:25, 23:25, 23:25)-Niederlage des Volleyball-Zweitligisten GSVE Delitzsch am Samstagabend in der heimischen Artur-Becker-Halle gegen den TSV Grafing beinhaltete auch ein großes Versprechen für den Rest der Rückrunde.

Das Jahr 2018 begann das Pietzonka-Team auf drei Positionen verändert. Der Deutsch-Brasilianer Felipe Glaser Pardini nach mehrmonatiger Verletzungspause im Zuspiel, Paul Lohrisch auf Diagonal und Paul Geißler als Libero starteten. Verletzungsbedingt standen René Berlet, Chris Erdmann, Jens Ellmrich und Ilja Büschel nicht im Kader.

Der erste Abschnitt gestaltete sich ausgeglichen und beide Teams brachten stabil ihre Angriffe durch. Bis in die Endphase musste der GSVE zwei unnötigen Eigenfehlern hinterherlaufen. Beim Satzball für Grafing fasste sich Kapitän Maik Winkler, sonst nicht als Blockspezialist bekannt, zwei Bälle und sorgte dafür, dass sein Team beim Stand von 26:25 selbst Satzball hatte. Doch der Tabellendritte schlug zurück, holte sich den Aufschlag, zwei Blöcke und damit den ersten Satz.

Der zweite Durchgang bot längere Ballwechsel und spektakuläre Aktionen. Angetrieben vom eingewechselten Diagonalen Wieland Oswald holten sich die Gymnasialen den Satzausgleich. Das Spiel blieb konstant auf einem hohen Niveau und bot den Fans beste Unterhaltung, was diese mit grandioser Stimmung honorierten. „Die Zuschauer waren genial, haben super Stimmung gemacht“ stellte auch Delitzschs „wertvollster Spieler“ Benedikt Bauer fest. Getrieben von der Lautstärke flog die Heimsechs durch den dritten Satz. Bis zur zweiten Auszeit lag sie in Führung, bevor ein Ass das Spiel kippte. In allen Belangen ausgeglichen, kosteten drei in Folge verschlagene Aufschläge mit 23:25 den Satz.

Die Entscheidung fiel dann im verrückten Vierten. Die Pietzonka-Jungs legten mit einem Feuerwerk los. 8:4 hieß es zur ersten technischen Auszeit. Doch Grafing glich mit vier Punkten in Folge aus, bevor mit 12:8 die vier Punkte Führung wieder hergestellt war. Diese hielt nicht lange (14:14). Bis zur Crunchtime erspielten sich die Gäste durch Delitzscher Eigenfehler einen Vorteil. Die Halle schöpfte nach einer spektakulären Abwehraktion und dem Anschluss zum 22:23 noch einmal Mut, doch letztlich beendete einer von zu vielen Aufschlagfehlern die Partie (23:25). „Ich glaube, es war wirklich ein Spiel auf Augenhöhe und am Ende hat wahrscheinlich das Quäntchen Selbstvertrauen entschieden“, gab Gäste-Kapitän Fabian Wagner zu Protokoll. „Über den Satz verteilt waren es Kleinigkeiten wie Abstimmungsfehler, die entschieden haben“ so Benedikt Bauer: „Ich glaube, dieses Jahr geht es nur darum, dass wir Drittletzter werden und auf keinem Abstiegsplatz stehen. Das ist das Einzige was zählt.“

In der Tabelle bringt das Ergebnis die Gastgeber nicht weiter, doch die bis dato beste Heimleistung der Saison zeigt, dass die Mannschaft das Potenzial für den Klassenerhalt voll und ganz hat. Mit 13 Punkten aus 14 Spielen bleibt es bei fünf Punkten Rückstand auf Unterhaching II.

 

Quelle: LVZ - Regionalteil Delitzsch, 08.01.2018