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Vollkommene Ernüchterung beim GSVE vor dem Weihnachtsfest

Mit der 1:3-Niederlage in Hammelburg rutscht Delitzsch in den Abstiegsstrudel

Wohl kaum ein Spielabschnitt wäre ein besseres Spiegelbild der GSVE-Delitzsch-Leistung in dieser Saison als der vierte und finale in Hammelburg. Der Zweitligist vom Lober führte Sonnabend an der Saale 7:1 und sah sich plötzlich wie in einem falschen Film 11:18 im Rückstand. Ergo ging der Satz 17:25 verloren. Genauso wie die Abschnitte zwei und drei. 16:25 und 17:25 – das ist deutlich. Genauso wie der 25:20-Gewinn des ersten Satzes für die Delitzscher.

Bleiben wir bei Satz vier. Lag es daran, dass dem Franken Henning Schulte ein Raketenarm beim Aufschlag wuchs und das Spiel drehte? Oder doch an den phänomenalen 606 Zuschauern in der Halle der 11 135 Einwohner zählenden Kleinstadt in Bayern? Oder lag es doch an den Gymnasialen selbst? Ausflüchte, soweit ist klar, gibt es keine mehr. Dafür ist die Lage, in der sich der Verein, der seit nunmehr 14 Jahren ununterbrochen Volleyball in der Bundesliga spielt, zu eindeutig. Der GSVE Delitzsch kämpft um den Klassenerhalt.

„Wir scheitern an uns selbst“, lautet das nüchterne Resümee von Trainer Frank Pietzonka. Das können die Spieler unterschreiben. „Drei, vier Dinger ziehen uns runter, danach finden wir schwer ins Spiel zurück“, sagt Delitzschs Kapitän Maik Winkler. „Wir machen wieder Fehler wegen mangelnder Konzentration“, wiederholt der zweite Chef der Gymnasialen auf dem Feld, Zuspieler Felipe Pardini-Glaser.

Der 24-Jährige kam zeitig in die Partie, obwohl er eigentlich nur die Absicherung von Björn Vanselow sein sollte. Am und ums Netz lief es aber zu schlecht, was nicht an Vanselow lag, sondern eher die Summe aller GSVE-Teile war.

„Nach einem furiosen Start zerfällt die Mannschaft in ihre Einzelteile“, beschreibt Pietzonka das Gesehene. Wieso, weiß der Coach nicht. „Wir haben draußen alles versucht, die Jungs wieder in die Spur zu bringen“, sagt er. Neben dem Zuspielerwechsel folgten Stabilisierungsversuche im Angriff. Jens Ellmrich machte zwischenzeitlich Platz für Ilja Büschel. Felix Winkler räumte den Liberoposten für Benedikt Bauer.

All das nützte nix. Der GSVE geriet nicht nur ein oder zwei Pünktchen ins Hintertreffen, sondern immer gleich hoffnungslos. Einzig im ersten Satz drehten die Recken einen 15:18-Rückstand. Mithilfe einer Einzelleistung. „Robert Karl bringt uns mit einer Serie vor“, erklärt der Trainer. Für den Rest findet er nicht viele Worte. „Solange wir es schaffen, den Gegner zu beschäftigen, haben wir eine Chance. Ich kann mir nicht erklären, warum es mit einem Mal so schlimm wird.“

Quo Vadis GSVE? Am Dienstag haben die Delitzscher Training, am Mittwoch Weihnachtsfeier. Bereits heute trifft sich das Team auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt. Vielleicht stecken die Jungs schon da die Köpfe zusammen und reden Tacheles.

Aber was soll es denn noch zu sagen geben, was die Männer nicht schon wüssten? 13 Punkte nach 13 Spielen. Mindestens fünf Punkte zum rettenden Ufer, dem 10. Platz. Durchhalteparolen? Nein, sagt Pardini-Glaser: Wir waren viel zu lange freundlich zueinander. Vielleicht müssen wir streiten, um die Freundschaft zu bewahren.“ Vielleicht kommt so auch wieder Ehrgeiz zu Tage.

 

Quelle: LVZ - Regionalteil Delitzsch, 18.12.2017