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Klatsch-Ritual lässt Delitzsch jubeln

GSVE ringt Leipzig im Derby 3:2 nieder

Nach dem 3:2-Derbysieg gegen die L.E. Volleys waren sich die Delitzscher sicher: Die Power lag im neueingeführten Klatsch-Ritual. Der emotionale Schlagabtausch hatte aber noch mehr Aufreger. Bei Aufschlagzoff um die angeblich zu flache, aus DDR-Zeiten stammende Artur-Becker-Halle und einer süßen Rache von Wieland Oswald gegen seinen Ex-Klub schoss das Adrenalin beiderseits nochmals in die Höhe …

Die entscheidende Szene beim Stand von 14:11 im letzten Satz, als der Leipziger Tjerk Dercksen einen Aufschlag volle Kanone ins Aus pustete. Etwa zu viel Risiko zur falschen Zeit? Dercksen, der sich wie das gesamte Gästeteam trotz längerer spielerischer Überlegenheit zu viele Fehler leistete, sah den Grund woanders: „Mein Aufschlag war Mist. Aber das war die einzige Option, weil es bei der niedrigen Decke gefährlich gewesen wäre, dass der Ball zu hochgeht, wenn ich von unten anspiele.“ Der Vorwurf ließ GSVE-Coach Frank Pietzonka fast an die berüchtigte Decke springen, sein Konter in Worten: „Delitzsch ist nicht die einzige flache Halle in der 2. Liga. Wenn er nicht in der Lage ist, da einen Schwungaufschlag zu bringen, ist das sein Problem.“ Stattdessen machte Pietzonka den Schlüssel zum Sieg gerade in dieser Sache aus, denn sein Team sei „auf Dauer mehr Risiko gegangen, auch dass der Ball an der Decke hängen bleibt.“

Tatsächlich war auffällig, wie sich die Hausherren im zweiten Satz zu Punkten würgten, mit dem 4:3 die erste wichtige Führung errungen. Vor allem setzten sie ihre körperliche Überlegenheit mit Kilos, Kraft und Wucht nun besser ein. Beispielsweise drückte Kapitän Maik Winkler den Ballon im direkten Duell am Netz gegen Niklas Rudolf zum 10:6 noch rüber. Erst nach und nach wurde so die Leichtfüßigkeit der spielerisch überlegenen Leipziger wettgemacht, die den ersten Satz dominant unter Feier-Arien mit „So geht der Hammer und der Hammer, der geht so“-Rufen gewonnen hatten.

Der Hauptgrund für die Retourkutsche lag allerdings genau in der Schwächephase. Am Ende der ersten Auszeit zum Stand von 8:14 klatschten die GSVE-Akteure alle zusammen Richtung ihres Fanblocks, der etwa drei Viertel der 400 Zuschauer in der Halle ausmachte. Oswald erklärte den Motivationsschub: „Die Emotionen waren der entscheidende Vorteil. Wir haben uns öfter vorgenommen, die Fans so mitzunehmen, aber oft nicht geschafft, es umzusetzen. Heute haben wir uns mit unserem Emotionsbündel Bene darauf konzentriert. In dieser Atmosphäre haust du anders gegen den Ball, kannst, auch wenn du einen Zentimeter zu kurz hochgesprungen bist, das Ding ziehen.“

Mit Bene meinte Oswald Rumpelstilzchen-Anführer Benedikt Bauer, der, während die Kollegen in Auszeiten zur Wasserflasche griffen, genüsslich ein Tässchen Tee schlürfte. Kein Wunder, denn am Tag zuvor lag er mit 40 Grad Fieber flach, ging stark erkältet in die Partie. Bauer grinste: „Irgendwie waren wir mit dem Wasser auch unterversorgt, da bin ich bei meiner marokkanischen Minze mit einem Spritzer Limette geblieben.“ Weil das Derby keinesfalls abgeschenkt werden sollte, wurde zum zweiten Satz auch der unter Antibiotika stehende Robert Karl eingesetzt, obwohl Trainer Pietzonka dabei ein mulmiges Gefühl hatte: „Es soll ja niemand auf dem Feld umfallen, das kann man nicht verantworten. Meine Jungs sind aber irgendwie verrückt und haben von sich aus grünes Licht gegeben.“ Deshalb konnte auch der Ausfall von René Berlet, der sich bei einem Block das Sehnenband am kleinen Finger riss, kompensiert werden.

Nach einem erneut schwächeren dritten Satz (16:25) gingen die Gäste zum zweiten Mal in Führung, ehe vor dem vierten Abschnitt die gesamte GSVE-Truppe ihr Klatsch-Ritual wiederholte und ausgerechnet Oswald gegen seinen Ex-Klub auftrumpfte. Der junge Papa schmetterte zwei wichtige Punkte zum 15:10 und 22:17 ins gegnerische Feld, meinte: „Der Sieg ist für mich auf jeden Fall eine Genugtuung. In Delitzsch akzeptiert man, dass ich nicht immer trainieren kann, das ist eine Stärke hier.“ Sein Coach adelte auch seine Abwehrarbeit: „Ich habe ihn heute für mich als besten Mann ausgemacht. Er hat bis auf Notbälle alles totgemacht.“ Und Oswald stellte auch mit Blick auf die Tabelle klar: „Das war ein Befreiungsschlag, wir haben wieder den Weg ins Mittelfeld gefunden. Mit dieser Mannschaft abzusteigen, geht gar nicht.“