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Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Beste in Mitteldeutschland?

Zweitliga-Gipfel der Volleyballer dieses Wochenende in Delitzsch / GSVE empfängt L.E., Spergau, BTF, Berlin

Lange, lange scheuten sie es beim GSVE wie der Teufel das Weihwasser. Nunmehr trinkt der Volleyball-Belzebub gar dieses. Bei der neunten Auflage des Ur-Krostitzer-Cups sind erstmals die L.E. Volleys in Delitzsch mit am Start. Was im Sport etwa dem Staatsfeind Nummer eins gleichkommt. Zumindest imaginär.

Nicht zum Zugucken, nicht zum Guten-Tag-Sagen, sondern zum Mitmachen beim Cup. Gleiches gilt für den VC Bitterfeld-Wolfen und die Chemie Volleys Mitteldeutschland. Die kabbeln sich in der Nord-Staffel der 2. Liga, der GSVE und die Volleys in der Südstaffel. Ergänzt wird das Vorbereitungsturnier in der Artur-Becker-Halle mit dem Erscheinen des VC Olympia Berlin und aus dem eigenen Hause mit der von Sebastian Reichstein geführten zweiten GSVE-Garde.

Ergo darf sich tatsächlich die Schneewittchen-Frage gestellt werden: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Beste in Mitteldeutschland? Nun bisher hat der sich noch nicht geäußert.

Dafür aber die Trainer aus Leipzig und Delitzsch. Frank Pietzonka wandelt auf Goethes Pfaden: Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen: Denn das Glück ist immer da. Der Coach der Delitzscher münzt das wie folgt um: „Wir haben genug gute Mannschaften in der Region. Da müssen wir nicht nach Bottrop fahren.“ Christoph Rascher, L.E.-Retter und Ex-Delitzscher, schließt sich dem an: „Das ist die kostengünstige Variante.“

Dabei gibt es auch ein paar nette Wiedersehen. Einige treffen ihre Ex. Etwa GSVE-Neuzugang Wieland Oswald (Ex-Leipzig). Oder etwa L.E.s Christopher Harpke (Ex-Bitterfeld). Die komplette Reihe wäre zu lang.

Zurück zum Turnier. Los geht es am Sonnabend als auch Sonntag 10 Uhr. Gespielt wird zuerst in zwei Gruppen. Der Hausherr misst sich mit seiner zweiten Garde und dem VC Bitterfeld-Wolfen. In Staffel zwei treten die L.E. Volleys gegen Spergau und gegen die deutschen Volleyballtalente an, die in Berlin beim VC Olympia konzentriert werden. Infolge treffen die jeweils Gruppenersten auf die Zweiten. So werden die Qualifikanten für das Finale ausgespielt. Zudem werden die einzelnen Platzierungen ausgespielt. Neun Partien werden Sonnabend ausgetragen, drei am Sonntag.

Was wollen die Trainer im Spiegel erblicken? „Wichtig ist, dass die Jungs spielen“, beschreibt Coach Pietzonka. Der 54-jährige Trainerfuchs hält es wie eh und je: „Sie sollen geschlossen auftreten, wieder unter Wettkampfbedingungen für den anderen einstehen.“

Für Rascher wird es mit dem so gut wie komplett neuformierten Team der erste Härtetest. So können sich die beiden Derbykontrahenten schon mal aneinander gewöhnen.

Nicht mehr mit dabei beim GSVE: Benjamin Rost. Der Flummi hat nach vier Jahren in Delitzsch die Segel gestrichen, kehrte zum TSV Leipzig 76 (Landesliga) zurück. Der Coach hatte es dem 27-Jährigen nahegelegt und sogar noch eine Ablöse herausgeschlagen: unglaubliche drei Lollies sollen den Besitzer gewechselt haben.

Neugierige sind bei dem Spektakel in der Beckerhalle gern gesehen. Der Eintritt ist frei. Die Gulaschkanone auf Dampf und der Zapfhahn auf Freigang.

 

Quelle: LVZ - Regionalteil Delitzsch, 07.09.2017