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Pietzonka: „Hatten ernsthaft überlegt, die Zweitliga-Mannschaft abzumelden“

Trainer will mit größtem Kader aller Zeiten des GSVE Delitzsch in Saison starten

Beim GSVE Delitzsch sieht es so gut aus, wie lange nicht. Mit 16 Spielern will Trainer Frank Pietzonka in die neue Volleyball-Saison gehen. Dabei wurde noch ernsthaft vor einem Jahr überlegt, das Zweitliga-Team abzumelden. Einfach, weil Spieler fehlten. Trotz der Hauruck-Aktion bei den Transfers wurde das Team Fünfter. Für den 54-jährigen Pietzonka ist das simpel erklärbar. Der Zusammenhalt machte vieles wett. Damit avancierte Delitzsch zum Überraschungsteam der Hinrunde, belegte den dritten Platz, in der Endabrechnung der Südstaffel Rang fünf.

 

Still ruht der See. Eigentlich. Trotz Sommerpause in der 2. Liga geht es beim GSVE rund. Hat Sie und die Jungs der Ehrgeiz gepackt?

 

Wir haben eine Einheit pro Woche. Außerdem wollten die Jungs zusätzlich in den Sand. So halten sich die Jungs fit. Baff war ich, als vor einer Woche ein Probespieler da war, da waren gleich zehn Mann beim Training. So viele sind selbst in der Saison selten.

 

Scheint ein interessanter Mann zu sein, der zur Probe da war. Wer?

 

Den Namen gibt es erst, wenn der Vertrag unterschrieben ist.

 

Auch Sie waren in den vergangenen Wochen nicht untätig. Herzlichen Glückwunsch zur Deutschen Seniorenmeisterschaft.

 

Danke.

 

Haben Sie beim USV Halle, wo ihr Doc spielt, der sie nach dem Bandscheibenvorfall wieder zurecht gebogen hat, tatsächlich nur das Team trainiert?

 

Nein. Das war alles ganz anders geplant. Ich bin nicht ganz ruhig geblieben. Im ersten Spiel bei der DM haben wir richtig auf die Mütze bekommen – 9:25 verloren. Da habe ich alles über den Haufen geschmissen. Den Libero getauscht, Annahme-Außen auf Diagonal gestellt und mich eingewechselt. Dann gewinnst du den zweiten Satz. Das war ein Glücksgriff.

 

Und wie haben sich die Knochen nach dem Einsatz angefühlt?

 

Mit den Knochen weißt du nicht, ob du den zweiten Tag erlebst. Alles hat gehalten. Wir haben uns dann gesteigert, waren dann auch emotional.

 

Im Finale sollen Sie in Reichstein-Manier gekocht haben …

 

Ja, da ist es etwas hochgeschwappt. Wir haben uns durchs Netz etwas angegiftet. Nach dem Spiel war das vergessen und ich habe mit dem Spieler ein Bier getrunken. Ich werde mich wohl etwas mehr gefreut haben als er. Sicherlich sogar.

 

Zurück zum Team. Maik Winkler kann es im Sand nicht lassen, war in Dresden ganz gut dabei. Robert Karl und Felipe Pardini haben bei der deutschen Studentenmeisterschaft mitgemischt. Was ist mit den Jungs los?

 

Das ist doch klasse. Die Jungs organisieren sich ihre eigenen Veranstaltungen. Das zeigt, dass sie noch enger zusammenwachsen. Felipe Pardini, Bene Bauer und Tom Pietzonka sind da und springen, wenn du sie brauchst. Felipe und Bene geben viel Herzblut in der Nachwuchsarbeit. Sie warten halt nicht, dass vier Monate einfach so vergehen.

 

Sie ja sicherlich auch nicht. Was steht derzeit auf dem GSVE-Zettel?

 

Wir halten die Füße unterm Tisch nicht still, haben die finanziellen Grundlagen für die nächste Saison gelegt, beschäftigen uns mit Neuzugängen.

 

Wer geht, wer kommt?

 

Unser Kader war noch nie so groß. Eigentlich bleibt das Team so zusammen. Paul Geisler wird auf Abruf uns zur Verfügung stehen und Sebastian Kynast ist ja sowieso berufsmäßig eher in der Welt unterwegs als hier.

 

Wie viele Neue sollen denn kommen?

 

Wir haben zwei gesucht.

 

Auf welchen Positionen?

 

Außenangriff/Diagonal und im Mittelblock.

 

Warum?

 

Ganz einfach, um variabler zu sein. Maik wird öfter nicht da sein, andere gehen auch arbeiten. Manch einer wird krank. So haben wir Alternativen.

 

Wann sind die Neuzugänge fix?

 

Ende dieser Woche.

 

So gut sah es im vergangenen Jahr nicht aus. Da haben sie händeringend nach Spielern gesucht …

 

... und sogar überlegt, ob wir die erste und zweite Mannschaft zusammenlegen, weil wir keine Leute hatten. Wir haben sogar ans Abmelden des Teams in der 2. Liga gedacht. Nur über die Spieler haben wir ein Team zusammenbekommen. Maik hat Emma (Jens Ellmrich) mitgebracht, Paul Geisler hat sofort zugesagt, zu helfen. Selbst Sebastian Reichstein hatte noch einmal die Schuhe geschnürt.

 

Deswegen sollte der fünfte Platz in der Liga eher demütig betrachtet werden?

 

Ja, wir sollten alle die Füße auf dem Teppich behalten. Aber trotzdem kann jeder stolz auf sich sein. Mit dem fünften Platz hat keiner gerechnet. Die Serie war super. Die Rückrunde eher durchwachsen. Aber ich bin mit dem Team zufrieden. Am meisten freut mich, wie sie zusammengewachsen sind, was die Jungs für den Verein tun. Das zeigt, sie fühlen sich wohl und identifizieren sich mit dem GSVE.

 

In der Hinserie haben die Delitzscher neun Spiele gewonnen, nur drei verloren.

 

Vielleicht haben uns in der Hinrunde einige unterschätzt. Außerdem haben die Jungs oft die Nerven behalten und die Spiele im Tie-Break gewonnen. Soviel dazu, dass es beim GSVE immer heißt, die Jungs haben keine Kondition … Das heißt aber auch, dass die Jungs in solchen Phasen abgeklärter sind.

 

In der Rückrunde gab es sieben Niederlagen. Warum hat die Mannschaft so abgebaut?

 

Trainingsbeteiligung. Die hat nachgelassen. Damit auch die Konstanz. Daran müssen wir arbeiten und das wird sich auch ändern. Zudem gab es ein paar Ausreißer, wie etwa die Auswärtspartie in Rüsselsheim. Da müssen sich die Spieler an die eigene Nase greifen.

 

In der Südstaffel ging es sehr eng zu. Bis auf Eltmann, die die Liga dominierten, hat so gut wie jeder jeden geschlagen. Der GSVE ist mit 39 Punkten Fünfter geworden. Leipzig hatte acht Punkte weniger, wäre fast abgestiegen …

 

… wenn die erste Serie nicht so läuft, du ein paar Spiele verlierst, steckst du im Abstiegskampf. Das habe ich den Spielern eingeimpft. Vielleicht war das der kleine Unterschied. Wir hatten ein eingespieltes Team, wenige Neuzugänge.

 

Apropos L.E. Volleys. Gut, dass Leipzig drin geblieben ist?

 

Es geht mir nicht nach gut oder schlecht. Das Derby ist wichtig. Darauf freuen sich doch alle. Und mal ehrlich, ich fahre doch lieber nach Leipzig, als 1300 Kilometer nach Freiburg und zurück. Mehr kann und will ich bei den Volleys nicht beurteilen. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

 

Wie sieht der GSVE-Zeitplan bis zum ersten Spieltag im September aus?

 

Am 1. August geht das Training wieder los. Drei Wochen später geht es ins Trainingslager nach Dippoldiswalde. Drei Tage werden wir dort sein. Danach veranstalten wir ein Sponsorenturnier. Anfang September testen wir dann die Form beim Ur-Krostitzer-Cup.

 

Interview: Emil Timm