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Keine Termine

GSVE ohne Hoffnungsglück

Was war denn das bitteschön? Von wegen auf der Zielgerade der Saison tanzen die Recken La Paloma, weil sie weder was mit dem Abstieg zu tun haben, noch mit den Podestplätzen. Lustlos in Dresden? Mitnichten.

Fast eine dreiviertel Stunde ballerten sich der VC und der GSVE am Sonnabend allein im dritten Satz die Bälle an der Bürgerwiese um die Ohren. Erst der 74. Punkt sollte die Entscheidung bringen. 549 Zuschauer waren danach mehr als fröhlich beschwipst. Denn die Dresdner gewannen diesen Mammutsatz 38:36. Und schienen damit auch irgendwie, den Willen der Delitzscher gebrochen zu haben.

Zwar wehrte sich das Team von Frank Pietzonka nach 1:2-Satzrückstand – 25:20, 22:25 und besagtem 36:38 – nach Kräften, fiel aber gen Ende des vierten Durchganges ab und verlor den finalen Satz 18:25. Und weil die Herren vom Lober nun mal mit der Drahtbürste gestriegelt sind, durften natürlich der gelbe als auch der rote Karton nicht fehlen. Paul Lohrisch durfte sich die Verwarnung ans Revers heften, Kapitän Maik Winkler flog in Folge der Pfropfen vom Kessel – Bestrafung!

Dabei hatten die von allen Sorgen und Nöten befreiten Delitzscher gegen die vom Abstiegsgespenst heimgesuchten Dresdner den deutlich besseren Start erwischt. Von 3:0 flogen die Recken auf 6:1 davon. Der VC spielte noch Igel, traute sich aber langsam immer weiter vor. Quasi mit der Eichhörchentaktik knabberten sich die Jungspunde von der Elbe auf zwei Zähler heran. Mehr ließen Dresden Export Robert Karl & seine Delitzscher Konsorten (vorerst) nicht zu. Mit fünf Punkten in Front gingen sie im ersten Durchgang über die Ziellinie.

Satz zwei: Es kündigte sich das an, was Trainer Frank Pietzonka am liebsten Besen fressen lassen möchte, weil er es einfach nicht ändern kann: Sein Team gönnt sich im Spiel zusehends Phasen oder Auszeiten in denen der Gegner einfach vorbei spaziert, kurz grüßt und dann nur noch den Hintern als Ausblick für die Recken zulässt. In zwei Serien schrauben die Dresdner ihre Führung in die Höhe, so dass das 22:25 am Ende für den GSVE noch versöhnlich aussieht. „Dieses Hoch und Runter, die Schwankungen sind einfach zu groß“, benannte Pietzonka den Besen, „ich habe gedacht, wir sind drüber hinweg.“ Nein. Auch im Hammer-Satz Nummero drei war das so. Vom Eise befreit spazierten die Jungs vom Lober voran bis auf 13:9. Doch Hoffnungsglück sieht anders aus: Der GSVE frisst sieben Punkte in Serie. „Das kannst du nicht erklären. Diese langen Phasen waren der Genickbruch“, sagte Karl. Coach Pietzonka setzte zur ganz großen Rotation an. In Folge wechselte der 54-Jährige auf drei Positionen. Lohrisch machte für Allrounder Benedikt Bauer Platz, Tom Pietzonka musste für Chris Erdmann vom Feld. Bis auf fünf Punkte wuchs der Rückstand an, beim 16:21 schien der Satz durch. Aber denkste, Puppe! Die Gymnasialen kämpften sich zurück und sorgten für ein Volleyballspektakel. Nur die Kür, die fehlte.

Allein der Mann im Himmel weiß, warum die Recken, die im vierten Satz erneut fünf Punkte in Rückstand gerieten, sich wieder auf zwei in Front kämpften, und dann der Motor ausging. „Da grüble ich nicht nur an der Mannschaft, sondern auch an mir selbst. Vielleicht hätte ich Bene und Chris drin lassen sollen. Leider bin ich kein Guru“, sagte der Coach. Von 18:16 knallte die Karre mit 18:25 vor den Baum. „Zum Schluss spielt Dresden alles oder nichts, aber das Glück hat eben nur der Tüchtige“, zollte der GSVE-Trainer dem Kontrahenten Respekt.

Während die Riesen vom Lober auf den fünften Rang in der Tabelle abrutschen, haben die Dresdner den ersten Schritt in Richtung Klassenerhalt getan. Nummer zwei muss in zwei Wochen folgen. Delitzsch dagegen trifft im Saisonfinale auf Meister Eltmann „Wir können noch bis auf Platz acht abrutschen, zu Hause müssen wir uns anders präsentieren“, fordert Robert Karl.

 

GSVE Delitzsch: Pardini-Glaser, M. Winkler, Karl, Ellmrich, Lohrisch, T. Pietzonka, F. Winkler, Bauer, Rost, Berlet, Erdmann.

 

Quelle: LVZ - Regionalteil Delitzsch, 10.04.2017