Das Ananas-Gefecht

GSVE reist mit voller Kapelle nach Schwaig / Pietzonka illert nach Zuspieler

Delitzsch. Wo ein Ende ist, gibt es auch einen Anfang. Und das gilt irgendwie fortwährend. Morgen endet die Saison der Zweitliga-Volleyballer. Für die Delitzscher in Schwaig, wo Punkt 19.30 Uhr die Partie angepfiffen wird. Gleichwohl blickt GSVE-Trainer Frank Pietzonka zielgerichtet voraus. Auf dem Gabentisch für 2014/15 fehlt noch ein Zuspieler.

Von Alexander Bley Platz vier der Südstaffel ist in Sack und Tüten. Weder vor noch zurück geht es für die Delitzscher Volleyballer, selbst wenn sie galaktisch in Schwaig auftreten sollten und jeder Angriff mit einem Salto versehen wird. Das riecht wie immer in solchen Fällen nach der großen Ananas. Die winkt immer dem, der auf dem Platz neben dem Podest Platz nehmen darf. Für Coach Frank Pietzonka ein guter Geruch: "Was heißt NUR vierter Platz, ich denke, das ist ganz ordentlich." So sieht es im übrigen auch das Gros des Teams. Das zerfällt etwa in jenem Moment nicht in seine Einzelteile, sondern rückt noch mal richtig zusammen, selbst die Spielerfrauen dürfen mit in den großen GSVE-Kahn. Als Dankeschön für deren Verständnis begründet Pietzonka seit Jahren diese Aktion. Dahinter verbirgt sich aber vermutlich ein extrem geschickter Schachzug. Denn wenn die Hühner am Rand auf der Stange sitzen, dann machen sich auf dem Balzplatz auch die Gockel noch mal ganz groß. Und eben nur ein Fuchs wie Pietzonka weiß so was für sich zu nutzen. Deswegen sind auch die Töne von Libero Paul Geisler so hoch: "Wir verabschieden uns mit einem Sieg aus einer starken Rückrunde. Damit haben wir das, was wir am Anfang auf dem Parkett abgeliefert haben, teilweise wieder gut gemacht." Sprich, die Rehabilitation ist geglückt, nur eben das Sahnehäubchen fehlt noch. Die Kirsche auf der Torte sozusagen. Aber nicht nur die. Denn der Coach hat den Feldstecher ausgepackt, sucht in den Weiten des Volleyballwaldes nach einem neuen Zuspieler. Einen soll er schon im Visier haben, einen weiteren auf dem Zettel. Näheres demnächst. Denn andere Jäger haben auch Flinten in ihrem Schrank. Mit dem Buhlen um einen neuen Ballverteiler will Pietzonka zukünftig vermeiden, was vor Monaten eintrat. Nachdem Felipe Pardini-Glaser sich vorerst gen Brasilien verabschiedete, verletzte sich Kapitän René Berlet an der linken Hand. Bis heute laboriert er an jener Verletzung. Auch morgen wird er wieder auf die Zähne beißen. Denn Nachwuchsrecke Lukas Bayer ist noch nicht so weit, soll nicht im Zweitliga-Ofen verheizt werden. Alles weitere ist derweil schon verbrieft und versiegelt. Die Crew bleibt eine weitere Saison an Bord des GSVE-Kahns. Ahoi!