Schnellwaschgang mit Aufreger

GSVE zerlegt Durmersheim / Pietzonka-Rücktritt nur eine Frage der Zeit

Delitzsch. Der GSVE Delitzsch hat am Samstagabend den Schnellwaschgang einlegt, TuS Durmersheim bei 95 Grad mit Loberwasser durchgespült. Nach kaum 80 Minuten brutto war die Maschine durch, der Dreisatzerfolg (25:15, 25:23, 25:18) in Sack und Tüten, konnten die Leibchen zum Trocknen auf die Leine. Da die Partie wenig Aufregendes zutage förderte, übernahm GSVE-Trainer Frank Pietzonka den prickelnden Teil, als er anschließend erstmals laut über den Gang "in die zweite Reihe" nachdachte.

Von Johannes David Die 350 Zuschauer in der Becker-Halle schienen es irgendwie überhört zu haben, vielleicht wollten sie es auch nicht hören. Dabei sprach der Chefcoach laut und deutlich ins Hallenmikro, selbst wenn er seine Rücktritts-Gedanken beiläufig fallen ließ wie der Plumpsack. Später ging "Spitzonka" noch einmal genauer darauf ein. "Ich weiß nicht genau, wann ich zurücktrete, aber ich möchte, dass Sebastian Reichstein die A-Lizenz macht und in meine Fußstapfen tritt." Bamm! Dieser verbale Schwinger saß. Bedeutete aber gleichzeitig, dass Pietzonka noch mindestens eine Saison weitermacht. Schließlich hat Reichstein gerade seinen Vertrag verlängert. Als Spieler. Um eine unnötige Verlängerung kamen die Delitzscher im letzten Heimspiel der Saison herum, obwohl sie zu Beginn des zweiten Satzes die bis dahin nur schemenhaft anwesenden Gäste einluden, die Party mitzufeiern. Nach ultra-souveränem ersten Durchgang zeigte die Anzeigetafel nach dem Seitenwechsel plötzlich Dinge wie 1:5 oder 6:11. GSVE-Zuspieler René Berlet begründete den Durchhänger erdverbunden: "Durmersheim konnte gar nicht schlechter spielen als im ersten Satz und vielleicht haben wir es etwas zu locker genommen." Spätestens an dieser Stelle übernahm der Kapitän an seinem 29. Geburtstag höchstselbst das Ruder, entnervte die TuS mit flatterhaften Aufschlägen und variablen Spielzügen.
Den Keim der Hoffnung erstickte schließlich Maik Winkler humorlos mit seiner linken Klebe zum 25:23. Gäste-Kapitän Marko Kienast nahm gleichwohl einige Glücksmomente mit in die badische Heimat. "Es ist keine Schande, in Delitzsch zu verlieren. Ich denke, wir haben ab dem zweiten Satz ein ganz gutes Spiel gezeigt. Da waren schöne Ballwechsel dabei." In der Tat. Nur endeten die sprichwörtlichen "Großen Punkte" meist im Delitzscher Sinne. Das zermürbte Durmersheim zusehends. Dabei lief auch der dritte Abschnitt lange ausgeglichen. Doch zum Ende hin ließ der Glaube auf Seiten der Gäste sekündlich nach. Bezeichnend, dass ein Aufschlag ins Nirwana den Schlusspunkt markierte. "Wir wollten heute unbedingt gewinnen, auch wegen der Saisonabschlussfeier", bekannte René Berlet hinterher treuherzig und erklärte damit gleichzeitig, warum die Hausherren auf grobe personelle Rotationen verzichteten. Von den Bankdrückern bekam nur Thomas Ahne einen kompletten Satz (den ersten) Zeit, sich auszutoben. Ansonsten blieb es bei Kurzauftritten - eben, um das Ding nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Frank Pietzonka lastete schließlich eine zentnerschwere Ansage auf dem Herzen. GSVE Delitzsch: Ahne, Andrä, Bayer, Berlet, Geisler, Kynast, T. Pietzonka, Reichstein, Rost, Winkler.