Das wird 'ne Party!

Auf die Zähne beißen und Gesicht wahren, lautet das Credo des GSVE

Delitzsch. Nach unten geht schon mal nichts mehr. Platz vier in der 2. Bundesliga, Staffel Süd, haben die Volleyballer des GSVE Delitzsch schon sicher. Nach oben kann noch was gehen. Dafür müssen die Recken aber selbst vorlegen. Daheim, morgen, 20 Uhr, in der Becker-Halle beim letzten Gefecht vor heimischer Karton-Kulisse gegen Durmersheim. Dann steht der großen Party danach auch wirklich nichts im Wege.

Von Alexander Bley "Manchmal weiß man nie", orakelt GSVE-Oberhäscher Frank Pietzonka, schielend auf den dritten Podestplatz. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist. "Ich gehe davon aus, dass Herrsching an diesem Wochenende sechs Punkte holt", sagt Kapitän René Berlet, "dann ist es unmöglich." Was aber nicht heißen soll, dass die berühmte Goldene Ananas nicht auch was hat. Denn Südfrüchte, vor allem in Getränken, stehen bei den Recken hoch im Kurs. Und die munden bekanntlich besser, wenn alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Dafür müssen die Riesen vom Lober die Durmersheimer (Süd-)Früchte fein filetieren. Badische Gewächse haben so ihre Eigenarten, an den Freiburgern etwa hatten sich die Delitzscher erst kürzlich verschluckt. Auch wenn die Zucht von Alexander Sartisson derzeit nicht hoch im Kurs steht, auf Sparflamme an zehnter Stelle darbt, will keiner der GSVE-Gärtner sehen, wie das Gewächs am Lober Blüten treibt. "Es geht uns um das eigene Gesicht", gibt Coach Pietzonka dem Kind einen Namen. "Wir werden sie schon ordentlich anstacheln", lautet sein Marschplan. Schließlich ist nach dem Spiel die große Party angesagt. Die Recken bestreiten am Sonnabend ihren finalen Auftritt im Lebensabschnitt namens Saison 2013/14 vor eigener Fanschar. Damit die zahlreich erscheint, werden die Zapfhähne gelockert, fließt Freibier. Dazu drückt DJ Marc Musi die Knöpfchen am CD-Wechsler, damit ein paar beschwingte Töne die mannshohen Boxen verlassen. Bis das so weit ist, beißt Capitano Berlet auf die Zähne. Das Händchen schmerzt noch immer. Egal. "Ich werde es versuchen", kündigt er an. Die Zipperlein grassieren zum Saisonfinale auch bei anderen. Tom Pietzonka beispielsweise hat Schulter. Sein Vater dagegen ist fit wie ein Turnschuh, wird morgen ein Trikot überwerfen. Allerdings nicht in Delitzsch. Bei der Quali für die Deutsche Seniorenmeisterschaft startet der 51-Jährige. Dass er das überhaupt noch kann, hat er Doc Krüger zu verdanken. Aber genau da liegt der Haken, der ist seitdem Besitzer der Seele des Trainers. Zur Party und zum Spiel ist der 51-Jährige wieder da. Auch wenn er keine Südfrüchte mag. Hopfen steht hoch im Kurs.