Höher, schneller, weiter

GSVE-Trainer Pietzonka will Nachwuchs ziehen

Ganz passabel - so lässt sich der Einstand von Lukas Bayer im ersten Glied des GSVE Delitzsch werten. Vier Punkte aus zwei Partien brachte der hiesige Volleyball-Zweit-ligist von seinem Süddeutschland-Trip mit. Zwei hatten sie unnötig in Freiburg liegen gelassen. Für diesen Fauxpas rehabilitierte sich die Truppe von Frank Pietzonka am Sonntag in Friedrichshafen, gewann 3:1 (21:25, 29:27, 25:23, 25:22) - auch wenn der Aufwand mit dem Nachwuchs-Zuspieler ungleich größer war als sonst.

Von alexander Bley Alles andere wäre auch eine faustdicke Überraschung gewesen. Vier Ligen Unterschied können eben nicht mit einem Wisch unter den Teppich gekehrt werden. Das weiß der GSVE-Coach, genauso sein Lehrling Lukas Bayer, der am vergangenen Wochenende notgedrungen den Steller mimte, weil Strippenzieher René Berlet verletzungsbedingt passen musste. Nicht ver- wunderlich, dass der 21-Jährige quasi von einem Quantensprung in der Leistung spricht, vergleicht er die Eindrücke vom Zweitliga-Wochenende mit dem Sachsenklasse-Alltag. "Alles ist viel, viel schneller, viel höher, das Mitspielen ist anders", beschreibt der Kyhnaer seine Reizüberflutung. "Extrem war es in Freiburg, als ich vorn im Block war, haben sie das gnadenlos ausgenutzt, brutal über mich gespielt. Ich habe keinen Stich gesehen", konstatierte Bayer konkret. Weil das Pietzonka erahnt hatte, salbte er den Rest des Teams, entsprechend aufopferungsvoll zu spielen und dem Nachwuchsspieler auch grobe Schnitzer zu verzeihen. Ein Freibrief war das freilich nicht, aber zumindest ein Teil der Last wurde so von den schmalen Schultern des 21-Jährigen genommen, der sich nach anfänglicher Nervosität und kurzen Zwischentiefs an beiden Tagen immer wieder aufraffte. "Das 3:1 geht schon in Ordnung. Für Lukas hat mich das gefreut", sprach Trainer Pietzonka wärmende Worte. Er stellte nach dem ersten Satz gewaltig um, nahm die Jugend-Truppe vom Feld, die Friedrichshafen am Lober die Leviten las und stellte die Routiniers neben Bayer. "Emotional lief es in der ersten Besetzung nicht so, wie ich das wollte", begründete der 51-Jährige, der auch Anton Röthel zu seinem ersten Kurzeinsatz verhalf. "Wir dürfen uns nichts vormachen, müssen noch viel mit dem Nachwuchs arbeiten", sagte Pietzonka. Wie ein rohes Ei möchte er die Zöglinge aus der eigenen Jugend behandeln, "nicht zu schnell auftauen". Sonst geht das in die Hose. GSVE Delitzsch: Bayer, Karl, Kynast, Geisler, Andrä, Reichstein, Winkler, Ahne, Rost, Breinbauer, Röthel.