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Unbeirrt zaubert GSVE-Trainer Frank Pietzonka in Mainz erneut eine andere Aufstellungsvariante aus dem Hut

 

Auch am Sonntag in Mainz verblüffte der GSVE Delitzsch mit einer weiteren Aufstellungsvariante - auch dort führte die zum Erfolg. Etwas holprig zwar, aber immerhin 3:1 (25:20, 22:25, 25:23, 25:18). Damit vergrößert sich die Kluft zwischen dem Tabellenvierten und seinen Verfolgern auf nunmehr neun Zähler. Und das trotz diverser Tüfteleien am Zweitliga- Boliden.
Benjamin Rost wurde auf Herz und Nieren getestet, nicht aber auf Verschleiß gefahren. Dafür gibt es ja noch die gestandenen Größen wie Sebastian Reichstein. Der startete wieder von der Bank aus voll durch, übernahm das Regiment vollends im zweiten Satz. Da drohte bei Rost ein Kolbenfresser. Im dritten bewegte sich dann der Bayern-Import Fabian Breinbauer im roten Bereich, drohte der Kollaps. "Ich habe mich da für Thomas entschieden", sprach Trainer Frank Pietzonka. Jener Thomas, der tags zuvor auf der Diagonalangreiferposition erstmals komplett aus dem langen Schatten des Delitzscher Leuchtturms Sebastian Reichstein heraus trat. Ahne heißt der weiter - gegen Mainz musste der junge Herr als Außenangreifer ran. "Er braucht im Kopf immer wieder eine neue Herausforderung, so dass es ihm nicht langweilig wird", sprach Pietzonka über den Zögling. "Am Sonntag bin ich endlich über meinen Schatten gesprungen", offerierte der 51-Jährige Trainer, der höchstens kalkuliertes Risiko geht und Harakiri verabscheut. Denn Pietzonka lässt Ahne seit jeher als Diagonalangreifer trainieren. Paul Geisler machte sich für die Version Ahne/Reichstein auf dem Feld stark. "Ich breche nichts übers Knie. Ich muss mich auch mal unterhalten können, will, dass die Mannschaft hinter meiner Entscheidung steht", begründete der GSVE-Trainer für den es derzeit auch leichter ist, als noch zu Beginn der Saison, die Karten stets neu zu mischen. Da war das Blatt noch völlig neu. Jetzt liegt es gut in der Hand, der Skat passt auch. "Ich habe mich dazu gezwungen", bekennt Pietzonka, "und wenn es mir zu bunt wird, schicke ich die Alten aufs Feld. Danach wird wieder neu gemischt." Alexander Bley