Der zweite Anzug sitzt

Volleyball, 2. Bundesliga: GSVE Delitzsch ohne Probleme gegen Friedrichshafen / Sieg auch in Mainz

Völlig komplikationslos und verblüffend einfach haben die Zweitliga-Recken des GSVE Delitzsch Sonnabend die junge Friedrichs- hafener Garde abserviert. Nach knapp 90 Minuten war das Ding in der Becker-Halle 3:0 (25:14, 25:18, 25:21) gegessen. Gestern folgte in vier Sätzen die siegreiche Kür in Mainz gegen das Kellerkind: 1:3 (20:25, 25:22, 23:25, 18:25). von Alexander Bley

 

Ein Novum: Seit gefühltem Menschengedenken war es Jens Andrä in seiner ellenlangen Volleyball-Laufbahn noch nie vergönnt, auf der Holzbank Platz zu nehmen, wenn ein Zweitligakracher auf dem Plan steht. Gegen die Jugendbrigade aus der Partnerstadt vom Bodensee kam am Sonnabend vieles anders - glücklicherweise aber nicht anders als geplant. Das GSVE-Trainerduo Hans-Jürgen Maune und Frank Pietzonka drehten mächtig das Personal-Karussell. Neben dem Flummi aus der Dübener Heide durfte Leuchtturm Sebastian Reichstein die Trainingsjacke übergestreift lassen. Entspannt konnte auch Robert Karl die Partie von außen betrachten. Schließlich wird das, was da am Netz ablief, weitläufig auch als klares Ding bezeichnet. Bis auf eine kurze Phase im 3. Satz hatten die in der 2. Liga gesetzten Youngstars am Lober keine Chance. Oft genug nahmen sie sich diese auch selbst.
Der erste Anzug wurde mal im Schrank verstaut, um beim Zweiten die Passfähigkeit zu prüfen. Der saß von Anfang an. Thomas Ahne, Fabian Breinbauer und Björn Metzger spielten, geführt von René Berlet, Maik Winkler und Sebastian Kynast, wie aus einem Guss. "Ja, das haben wir auch festgestellt", frohlockte Ahne nach seiner Premiere, mal durchgehend ran zu dürfen. "Du kannst bringen, wen du willst. Wir haben uns alle gefunden", stimmte er die Hymne auf die Mannschaftsleistung an. 
Was die einen kalkuliertes Risiko nennen, heißt bei Coach Pietzonka umgangssprachlich Vertrauen. "Das war eine absolut neue Aufstellung, Jens seit zehn Jahren das erste Mal auf der Bank, Basti auch draußen. Auch wenn der Gegner viele Fehler macht, muss so ein Ding erst mal 3:0 gezogen werden", fasste der 51-Jährige zusammen. Den Zahn zog der Südstaffel-Vierte seinem Kontrahent fix. Per Aufschlag brachten sie die Truppe von Adrian Pfleghar ins Schwitzen. "Da war deren schnelles Spiel nicht mehr drin", beschrieb Kanonier Ahne. Und wenn doch, dann machte Björn Metzger in der Mitte dicht. "Wir haben anscheinend bis zum dritten Satz gebraucht, um anzukommen", fasste Friedrichshafens Trainer zusammen. "Wir wussten, was wir spielen wollen, haben es aber erst zu spät angewendet", hob Pfleghar den Zeigefinger. Demütig zeigte sich sein junger Kapitän: Jannis Hopt. "Wir können mehr aus einer Niederlage machen.
Denn erst im dritten Satz schafften es die Youngstars, den Druck im Aufschlag zu erhöhen. Aber weil Pietzonka ja ein Fuchs ist, machte er dem ein Ende. Andrä, der für Winkler kurz vor Ultimo kam, stand wie Ast. Und das alles aus der Kalten. "Neuland", nannte es Pietzonka. "Gott sei Dank", fiel ihm dann doch noch der Stein vom Herzen. "Das war ein schönes braves Spiel, fasst er zusammen. Fortsetzung folgt. 
GSVE Delitzsch: Berlet, Winkler, Breinbauer, Metzger, Ahne, Kynast, Geisler, Andrä, Rost