Ein Fragezeichen und zwei Ausrufezeichen

GSVE Delitzsch gegen Kellerteams in der Pflicht

Delitzsch. In einer womöglich eher ungünstigen Situation muss sich Volleyballzweitligist GSVE Delitzsch an diesem Wochenende gleich zwei Gegnern stellen. Morgen (20 Uhr) gastieren die Grünschnäbel aus der Partnerstadt Friedrichshafen am Lober. Tags darauf reisen die Recken nach Mainz. 15 Uhr will dort die TGM den GSVE fordern.

Von Alexander Bley "Ob unglücklich oder nicht", lamentiert das GSVE-Oberhaupt gar nicht erst lange herum, "es gilt beide Spiele zu gewinnen und nicht rumzu- jammern." Die seltsam anmutende Art der Spielansetzung lässt Frank Pietzonka also völlig kalt. Ursprünglich hätten die Riesen vom Lober nur sonntags im fernen Mainz rangemusst. Dass nun auch Sonnabend der Ball gedroschen wird, liegt einfach daran, dass die gesetzten Stützpunkt-Teams aus Friedrichshafen und Kempfenhausen die Wochenenden gern ausreizen, auf den Zug aufspringen, wenn die Möglichkeit besteht. Das ist beim Nachwuchs des DVL-Pokalsiegers VfB vom Bodensee der Fall. Sonnabend fällt das Team von Adrian Pfleghar in der Becker-Halle ein, tags darauf muss es in Leipzig auf die Platte. Was dem ein oder anderen Spieler etwas bitter aufstoßen könnte, ist tatsächlich nicht die Sonnabendpartie (20 Uhr) vor heimischer Kulisse. Vielmehr ist es die Tatsache, Sonntagnachmittag, 430 Kilometer entfernt von der Heimat, ranzumüssen. Schlagkaputt in den Bus zu steigen, um am nächsten Tag an der Stanze zu funktionieren. "Rumjammern gilt nicht", wiederholt der Trainer. Auch nicht im Fall René Berlet. Des Zuspielers feine Linke schmerzt seit Wochen, ohne Besserung. Bisher hat sich der Kapitän durchgebissen. Am Mittwoch allerdings brach er das Training ab. Röntgenbilder haben bisher nicht erkennen lassen, woher die Schmerzen in der Hand kommen. Das MRT in einer Woche soll Licht ins Dunkel bringen. Für den Fall der Fälle steht Lukas Bayer in der Spur. Der spielt in der zweiten Garde die Pille ans Netz. "Uns ist bewusst, dass wir da ein dünnes Brett haben", weiß auch der Coach, "aber es gibt einen Punkt, wo auch mal zwölf Spieler für einen spielen müssen, um ihm etwas Last von den Schultern zu nehmen." Trotz der klaren Rollenverteilung in beiden Partien - der GSVE ist Vierter, Friedrichshafen Elfter, Mainz-Gonsenheim gar 13. - spricht Pietzonka nicht von Pflichtsiegen. "Weil ganz einfach Fragezeichen hinter René Berlet stehen", begründet der 51-Jährige. Und außerdem: "Wenn wir ganz ehrlich sind, sind wir aus dem Gröbsten raus." Heißt? "Ich werde sicherlich den ein oder anderen Stammspieler draußen lassen", kündigt er an. "Sonnabend, 19.30 Uhr, fälle ich meine Entscheidung." Lassen wir uns also überraschen.