Der Ligareport

 

Wenn die Maschine wieder piept

 

Verrückte Dinge gibt's dann doch noch: Denn je weiter die Saison der Zweitliga-Ball-Hauer voran schreitet, desto mehr liest sich der Tabellenverlauf der Südstaffelteams auf Volley.de wie die Ausschläge eines Herzfrequenzmessers. Da hüpfen manche ganz vital hin und her, andere haben einen Ruhepuls, der schon unheimlich scheint und bei wiederum manch anderen piept es, nun ja, schon gar nicht mehr. Ein Schatten ihrer selbst sind die Burda-Dschungelkönige. Das achte Mal in Serie verliert die einst so wilde Horde von Wolfgang Beck - die Grafinger nehmen mit hauchdünnen Satzgewinnen die Punkte mit. Irgendwo im grünen Dickicht muss doch wohl ein Wiederbelebungsgerät rumliegen. Oder ein Tropenarzt mal einen Pfeil schießen, damit das lähmende Fieber wieder geht. Ansonsten kann das nämlich gewaltig in die Hose gehen. Denn die Stuttgarter, die schon fast in den Keller geschoben worden wären, haben mal kurz den Finger gehoben. Mit zwei quasi Sechs-Punkte-Siegen haben sie erst Konkurrent Mainz auf die Bahre gelegt und dann auch noch die Friedrichshafener in den Bodensee geschubst. 3:0 und 3:1 - Scheintote leben länger. Lediglich fünf Punkte brauchen die Stuttgarter, dann wären sie erst einmal über den Berg. Hoch droben, in der anderen Sphäre, war der Puls der Leipziger schon gar nicht mehr wahrnehmbar. Erst die Rüsselsheimer setzten zur Schelle an - die mächtig saß. Im 1. Satz straften sie den Primus 25:13 ab. Da ging das Herz der L.E. Volleys mal so richtig in die Hose. In den folgenden Sätzen ging es im OP von Oberarzt Luis Ferradas wesentlich enger zu. Am Ende gingen die Leipziger Lichter trotzdem aus. Damit wird es schon etwas schwerer für die Delitzscher, den Rüsselsheimern mal endlich auf die Schulter zu klopfen, denn seit dem Auftritt am Lober haben die kein Spiel mehr verloren. Nach hinten hat der GSVE, der an diesem Wochenende gleich doppelt ran muss, etwas Luft. Dachaus Siegesserie ist mit dem 2:3 gegen Schwaig gerissen. Alexander Bley