Pumpen und Hecheln

Die Zweitliga-Herren des GSVE Delitzsch schütteln in der ersten Trainingswoche den Sand aus dem Getriebe

Sand bedeutet im Getriebe bekanntlich nichts Gutes. Erst Recht nicht, wenn der vor Kraft strotzende GSVE-Sechszylinder die kommende Zweitligasaison schadlos überstehen soll. Maschinist Frank Pietzonka und Kompagnon Hans Jürgen Maune sind daher auch besonders achtsam, dichten das Zweitliga-Getriebe in der Becker-Montagehalle komplett nach außen ab, friemeln viel und schmieren ordentlich nach. Erstes Fazit nach einer Woche im Probelauf: Es gibt noch viel zu tun. Daraus macht Coach Pietzonka keinen Hehl.

Es ist das alljährlich wiederkehrende Problem, was den Übungsleitern zu schaffen macht. Sonniger Sandplatz mit heißen Bräuten am Rand und miefig, triste Turnhalle - das lässt sich einfach nicht vereinen. Anderes Timing, andere Feldgröße, anderer Ball et cetera kommen noch hinzu. "Manchmal möchte ich da schon gern die Augen zu machen", gesteht der Trainer. "Aber genau das darf eben jetzt nicht passieren." Denn was Hänschen jetzt nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Und deswegen schleicht Pietzonka - stets mit mehreren Bällen bewaffnet - unruhig wie ein Wolf ums Feld, greift ein, unterbricht, ermahnt, berichtigt und spricht. "Es kommt einem manchmal so vor, als ob die Jungs wieder laufen lernen müssen", erklärt Pietzonka. Respektive geht es darum, den Körper hinter den Ball zu bewegen. Das ist die Grundintention der beiden Trainer, bei all ihren Übungen, die in der Feuchtigkeits-übersättigten Luft der Becker-Schachtel immer wieder exerziert werden. Das Ganze wird potenziert. In der Eingewöhnungswoche, wie der Coach die ersten Tage nennt, lediglich dreifach. Es geht um Kondition, Technik und Taktik. Von Anfang an - ab der kommenden Woche werden die Grundlagen geschaffen. Auf elf Mann im Schnitt konnte das Duo Pietzonka/Maune während der ersten drei Einheiten zählen. Paul Geisler und Felipe Pardini-Glaser fehlten. "Alles abgesprochen", winkt der Coach ab, der bei seinen Männern den Schweiß aus den Poren treibt. "Das ist mir alles noch zu langsam", greift er bei der Chinesisch-Variante des Volleyballs ein. Jeder Spieler, der auf die andere Feldseite rennt, muss am Netz einen Purzelbaum schlagen oder sich hechten. "Sie müssen pumpen und hecheln. Das muss immer wieder eingestreut werden", sagt Pietzonka. Bewusst, denn wenn der Körper nicht fit ist, fällt er in alte Schemata. Und Sand, den kann im GSVE-Boliden wirklich keiner gebrauchen. Alexander Bley