GSVE: Kniffel in Kriftel

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2. Volleyball-Liga: Delitzsch mit zwei Auftritten in Hessen

Delitzsch. Dass Felix Winkler das Volleyballspielen in die Wiege gelegt wurde, ist ausnahmsweise keine Floskel. Schon im Alter von zwei Wochen begleitete der gebürtige Bad Dübener seinen Vater zu einem Spiel, mit acht fing er selbst an zu pritschen und zu baggern. 21 Jahre später widmet der Sachbearbeiter immer noch einen Großteil seiner Freizeit dem Volleyball – mit einer neunjährigen Unterbrechung, als sich Winkler auch recht erfolgreich im Juniorenbereich des FC Eilenburg versuchte.

Am Dienstag wurde der Libero des GSVE Delitzsch 29 (übrigens einen Tag nach seinem Trainer Frank Pietzonka, der die 57 voll machte) und so langsam neigt sich die Karriere des 1,82-Meter-Mannes dem Ende zu. Derzeit baut er mit seiner Freundin ein Haus in Poßdorf, die kirchliche Heirat liegt in naher Zukunft, Kinder in etwas weiterer. „Da muss ich keine Auswärtsfahrten nach Friedrichshafen oder Freiburg mehr haben“, sagt Winkler.

Darum lernt er in dieser Spielzeit schon seinen potenziellen Libero-Nachfolger Julius Fritsche an – und verhandelt mit Coach Pietzonka über mögliche Modelle für die nächste Saison. Eines sieht so aus, dass Winkler weniger trainiert und nur noch die Heimspiele absolviert, um den Gymnasialen zumindest teilweise erhalten zu bleiben.

Davor muss aber noch die aktuelle Spielzeit zu Ende gebracht werden und da steht für die Delitzscher nach zwei Wochen Pause am Wochenende gleich ein Doppelspieltag an: Erst müssen sie am Sonnabend (17 Uhr) beim Volleyballinternat Frankfurt ran, einen Tag später dann um 16 Uhr im nahe gelegenen Kriftel aufschlagen. Während die Partie beim noch sieglosen Nachwuchs der United Volleys Frankfurt eine Pflichtaufgabe darstellt, dürfte das Duell beim Aufsteiger aus der 11 000-Einwohner-Gemeinde am Rand der Bankenmetropole etwas kniffliger werden.

„Eigentlich müssen wir beide Spiele gewinnen“, sagt Felix Winkler dennoch selbstbewusst. Immerhin haben die Gymnasialen auch die vergangenen beiden Partien mit 3:0 gewonnen, eine davon gegen die starken Grafinger. Mit den möglichen sechs Punkten aus dem Doppelspieltag könnte der GSVE gleich einen ordentlichen Satz in der Tabelle der 2. Bundesliga Süd machen. Je nachdem wie die Konkurrenz abschneidet, ist bis zu Platz vier drin. Kontinuierliches Klettern im Tableau ist denn auch das Ziel für die restlichen Spiele, nachdem der Klassenerhalt so gut wie sicher ist.

Und noch ein Aspekt ist Winkler wichtig: Die Delitzscher können mit einem Sieg in Kriftel dem Lokalrivalen aus Leipzig helfen. Der kämpft nämlich noch akut gegen den Abstieg, ein Konkurrent sind dabei die Krifteler mit nur drei Punkten weniger als die Volleys. Und wenn der L.E. Volleys e.V. die Klasse hält, gäbe es auch in der kommenden Saison wieder rassige Derbys zwischen den beiden besten Volleyball-Teams der Region. „Ich fahre einfach viel lieber zu Spielen nach Leipzig als nach Kriftel“, sagt Felix Winkler mit einem Schmunzeln. cdi

Im Bild: Feierte in dieser Woche genauso wie Frank Pietzonka Geburtstag: Felix Winkler. Foto: Emil Timm

LVZ Leipziger Volkszeitung, 21.02.2020