Alte Affenbande und neue Höhenflüge

84284923 2619750104791053 7042371434739400704 n2. Volleyball-Bundesliga: Der GSVE Delitzsch um den formstarken Peter Miersch erwartet morgen die FT 1844 Volleyball aus Freiburg in der Becker-Halle

Von Christian Dittmar
Delitzsch. Er hätte sich wohl keinen besseren Moment aussuchen können, um seine Topform zu finden. Gegen den TSV Volleyball Grafing machte Peter Miersch sein bisher stärkstes Spiel im schwarzen Trikot, was auch sein Coach Frank Pietzonka hinterher anerkannte. „Der Junge ist aber so was von angekommen“, meinte „Spitz“ nach dem 3:0 vor knapp einer Woche, bei dem Miersch einen Großteil der Spielzeit auf dem Parkett stand.

Und nun steht morgen ein ganz besonderes Duell für den 23-Jährigen an: ab 20 Uhr geht es in der Artur-Becker-Schachtel gegen die FT Freiburg. Der Diagonalspieler stammt nicht nur aus der Kleinstadt Müllheim bei Freiburg, sondern begann bei dem Team, das sich selbst auch als „Affenbande“ bezeichnet, mit 13 Jahren mit dem Vereinsvolleyball.

Später ging der 1,93-Meter-Mann des Physikstudiums wegen nach Leipzig und spielte dort beim L.E. Volleys e.V. im Regionalliga-Team. Nach einem einjährigen Studienaufenthalt im brasilianischen Sao Paulo kehrte Miersch im Sommer in die Region zurück, wechselte zu den Gymnasialen – und machte offensichtlich volleyballerisch noch einmal einen großen Schritt. Etwas Anlaufzeit brauchte er zwar, um sich an das Zweitliga-Niveau zu gewöhnen, doch nun greife das intensive Pietzonkasche Training bei ihm, wie Miersch erklärt.

Vor dem Spiel gegen die Freiburger kann er seinem Coach natürlich mit Insider-Wissen weiterhelfen, mit einigen früheren Teamkollegen steht er noch in Kontakt. „Die hatten in der Hinrunde einige Probleme, weil sie einen sehr jungen Kader haben“, weiß Miersch. „Da hat die Konstanz gefehlt.“

Doch in der Winterpause verstärkte sich die FT, die in der Vorsaison nur dank einer Wildcard die Klasse gehalten hatte, unter anderem mit dem ehemaligen Leipziger Jannik Kühlborn. Und plötzlich läuft es für das Team von Trainer Jakob Schönhagen. Am vergangenen Wochenende holte man mit den beiden Siegen gegen Friedrichshafen und Unterhaching II aus zwei Partien sechs Punkte, vor allem das glatte 3:0 gegen die starken Hachinger überraschten dabei. In der Tabelle hat Freiburg mit nun 19 Punkten das rettende Ufer in Sicht und rückt vor allem den L.E. Volleys immer mehr auf die Pelle.

Auch die Partie in der Hinrunde vor mehr als 500 Zuschauern im „Burdadschungel“ geriet zu einer engen Angelegenheit: Der GSVE gab den ersten Satz noch ab, kämpfte sich dann aber zurück und gewann schließlich „Die werden uns auch diesmal nichts schenken“, kündigt Peter Miersch an.

Im Bild: Peter Miersch (schwarz) machte gegen Grafing ein starkes Spiel und muss morgen bei seinem Ex-Team Freiburg ran.Foto: Alexander Prautzsch

 

LVZ, 07.02.2020