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Friede, Freude, Eierkuchen in und mit Mendig
Volleyball-Zweitligist GSVE Delitzsch gewinnt mit 3:0 Sätzen souverän gegen die Eintracht aus der Vulkaneifel
Von Alexander Bley
Mendig/Delitzsch. Was ist das für eine Welt? GSVE-Coach Frank Pietzonka nimmt sich zum Geburtstag extra Urlaub, sitzt aber Freitag allein daheim und vertreibt sich die Zeit mit der Analyse eines Mendig-Videos. 49 Lenze mussten in die Welt gehen, dass es so weit kommt.
Es ist eine gute, schließlich beschenkten seine Zweitliga-Recken den "GSVE-Silberrücken" mit einem Sieg. Und der fiel deutlich aus. Mit 3:0 Sätzen (25:18, 25:19, 25:22) bekräftigen die Volleyballer vom Lober am Sonnabend in Mendig ihren Anspruch als VC-Dresden-Jagdrudel-Führer. Die Eintracht reihte sich in dieser närrischen Zeit in die Schar der Gratulanten ein. "Das war ein überaus klares Ding, wir hatten keinen Zugriff zum Spiel", beschrieb Bernd Werscheck, Trainer des VC Mendig.
Außerdem lagen Sensationen in der Luft. Während die Gymnasialen im ersten Satz bei einem überaus komfortablen Polster ihren Karren im Leerlauf gediegen über die Ziellinie rollen ließen, führten die Grafinger gegen die direkte GSVE-Konkurrenz namens Durmersheim. Nur die Freiburger wollten nicht patzen, führten gegen die Coburger gar schon 2:0 nach Sätzen. Selbst die Dresdner lagen gegen den Liganeuling aus Stuttgart zwei Punkte hinten. Das war selbst für den Live-Ticker im Internet zu viel, der da ausstieg.
Währenddessen bestätigten die Delitzscher ihre Tagesform, zogen wieder mit acht Punkten in Front, bevor sie den Gang erneut auskuppelten. Es schien sich der perfekte Tag anzubahnen, denn die Grafinger schlugen mit den Pranken um sich, lagen auch im zweiten Spielabschnitt in Front, acht Punkte sogar. Außerdem schossen die Coburger aus allen Rohren, erteilten den Freiburgern eine 25:13-Lektion. "Wir bekommen solche Situationen nicht mit", sagte Dübener-Heide-Springinsfeld Jens Andrä im Nachgang. "Erst im Bus schauen wir nach den Ergebnissen der anderen", fügte der 29-Jährige an. Gejubelt wird aber nicht: "Unser Ziel sind die Top-Five und wir wollen die jungen Spieler integrieren", rückt Andrä die Realität zurecht.
Alle Vorfreude wäre auch vergebens gewesen. Als der GSVE in Mendig auf die Zielgerade biegt und den Sieg auf dem Feld schon bejubeln kann, erweisen sich die Freiburger als auch die Durmersheimer als Spielverderber. Die Turnerschaft aus dem Breisgau schnürt in Coburg einen 3:1-Sack. Die badische Sartisson-Truppe schneidet dem Grafinger Bären die Krallen, dreht erst einen Acht-Punkte-Rückstand und dann folgerichtig das Spiel. Ebenfalls 3:1. Der Tabellenführer aus Dresden zerstört alle Hoffnungen, die das Versagen des Live-Tickers erweckt hatten, gewinnt in Stuttgart glatt in drei Sätzen und bleibt vier Zähler vor dem GSVE in Front.
Aber allen voran die Loberstädter geben sich derzeit keine Blöße im Kampf um die Plätze. "Was die Delitzscher gespielt haben, Hut ab. Daran gibt es nichts zu deuteln", lobte der gegnerische Coach Werscheck, dessen Team von Krankheits- und Verletzungspech geplagt in dieser Saison keinen Rhythmus finden will. "Wir müssen abschalten, Reset drücken", sagte Werscheck.
Ihm war es zu verdanken, dass die Emotionen nicht so hoch schwappten, wie im Hinspiel, als der Vulkan in Delitzsch ausbrach. "Wenn es haarig war, sind wir ruhig geblieben. Den Tipp, dass der Schiri kleinlich pfeift und gleich Gelb zückt , hat uns Werscheck gesagt", gab Andrä wieder. Und so hatten sich auf dem Feld sogar Freund und Feind lieb.
Vergessen werden darf Folgendes nicht: "Das Geburtstagskind höchstselbst stellte mit seiner Video-Analyse die Weichen zum Sieg. Punkt eins: Niklas Rademacher mit Aufschlägen behaken, Punkt zwei: langsam herausrückende Mittelblocker. "Sie haben sich an die taktische Marschroute gehalten", lobte Pietzonka. "Es hat was geholfen", freute sich der Jubilar.
GSVE: Berlet, Feil, Metzger, Reichstein, Andrä, Kynast, Geisler, Windmann.








