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Nervös und unverschämt abgeklärt


Regionalliga Ost: Delitzsch lässt Krostitz leiden

Nordsachsen. Saisonauftakt mit neu zusammengestellter Mannschaft, das erste Mal nach anderthalb Jahren vor Fans und dann gleich ein Derby – da wird selbst ein gestandener Volleyball-Fuchs wie Sebastian Reichstein nervös: „Ich muss schon zugeben, vor dem Spiel war ich ganz schön aufgeregt.“ Nicht nur musste der Trainer des Regionalliga-Teams des GSVE Delitzsch seine Mannen auf die Partie mit dem Krostitzer SV einstellen, auch die im Hygienekonzept festgeschriebenen Maßnahmen mussten mit Anpfiff stehen. „Das wurde schon ganz schön hektisch, aber hat ja geklappt“, gibt Reichstein erleichtert zu. Und wie es geklappt hat: Mit einem 3:0-Sieg (25:21, 27:25, 25:19) krönte sich die GSVE-Reserve zum ersten Nordsachsen-Derbysieger der Saison. Von Anfang an beschäftigten die Gymnasialen die Krostitzer mit platzierten Aufschlägen, was zu einigen Fehlern in der SV-Annahme führte. „Wir haben unsere Angriffe gut durchgebracht, teilweise aber auch mit etwas Glück. Die Krostitzer hatten aber auch nicht ihren besten Tag“, erzählt Reichstein. Die Devise nach gewonnenem ersten Satz: hungrig bleiben. Angekommen in der neuen Saison waren dann aber auch die Krostitzer von Trainer André Quasdorf. Von ihrer verbesserten Feldabwehr zeigten sich die Delitzscher irritiert, das Momentum schlug kurz um. „Am Ende war das Glück der Tüchtigen auf unserer Seite“, weiß Reichstein, dessen Team den Satzgewinn noch auf seine Seite hievte. Zu viele Fehler kosteten den Krostitzern den dritten Satz, auch der stark aufspielende Felix Beyer konnte an der Niederlage seines Teams nichts mehr drehen. „Du hast einfach gemerkt, dass die Jungs Bock aufs Spielen hatten. Ich bin froh, dass wir als Team so gut funktioniert haben“, freut sich Reichstein. An gleichem Ort spielten im Anschluss die Bundesligamänner des GSVE ihr Heimspiel gegen Freiburg – mit regionalligabekannten Gesichtern: Niklas Bechtloff, eigentlich für die Reserve vorgesehen, debütierte in der 2. Bundesliga und wurde direkt als wertvollster Delitzscher ausgezeichnet. Seinen größten Kritiker hat Bechtloff in seinem Trainer Sebastian Reichstein. „Direkt beim ersten Spielzug spielt ‚Bechti‘ einen Ball, den spielt höchstens ein alter Hase. Aber eigentlich spielst du den überhaupt nicht“, lacht Reichstein beeindruckt, denn das Harakiri-Zuspiel glückte und führte zum Punkt. „Das war natürlich ein gigantischer Ball. Da dachte ich schon: nicht schlecht, nicht schlecht.“ Dass einige seiner ehemaligen Spieler das Vertrauen in der ersten Mannschaft bekommen, mache Reichstein durchaus Stolz.