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Ein Tritt entscheidet die Partie


2. Volleyball-Bundesliga: GSVE Delitzsch verliert zweites Saisonspiel gegen Freiburg mit 1:3

Delitzsch. In diesem Fall ist die Phrase von der entscheidenden Szene des Spiels mal wirklich nicht übertrieben: Es steht 23:23 im vierten Satz im Duell des GSVE Delitzsch mit der FT Freiburg am späten Samstagabend. Das gymnasiale Toptalent Pierre Clauss schlägt einen Angriff, der wohl gegen den Gästeblock geht und dann ins Aus. Doch die Schiedsrichter sehen das anders und so bekommen die Loberstädter statt eines Satzballs für einen Matchball gegen sich. Über die Entscheidung ärgert sich Julius Fritsche so sehr, dass er gegen den Schiedsrichterstuhl schlägt. Die Folge: Rot für den GSVE-Libero und ein Punkt für die Freiburger, die damit ohne viel eigenes Zutun die Partie mit 3:1 (25:23, 23:25, 25:14, 25:23) für sich entscheiden. „Das war schon ein sehr enttäuschendes Ende“, resümiert Felipe Pardini Glaser, der die Rote Karte für Fritsche als etwas zu hart ansieht: „Wir hatten uns noch nichts zuschulden kommen lassen, da hätte auch Gelb für Julius gereicht.“ Der Capitano war wegen seiner Fingerverletzung erneut zum Zuschauen gezwungen und wäre zwischendurch liebend gerne selbst aufs Feld gelaufen – gerade im dritten Satz, in dem bei den Delitzschern überhaupt nichts zusammen lief. Immerhin schlug sich sein Ersatz Niklas Bechtloff richtig gut, der eigentlich in der 2. Mannschaft aktive Zuspieler wurden in seinem ersten Zweitliga-Match gleich zum wertvollsten Gymnasialen gewählt. Ein weiterer positiver Aspekt der zweiten Saisonniederlage: die Kulisse. Diesmal waren noch ein paar mehr Zuschauer als beim Spiel gegen Hammelburg vor zwei Wochen in der Beckerschachtel, auch, weil die Fußballer des ESV Delitzsch und die zuvor erfolgreichen Regionalliga-Mannen des GSVE (3:0-Sieg im Derby gegen den Krostitzer SV) sich die Bundesliga-Partie nicht entgehen lassen wollten. Und zumindest in den ersten beiden Sätzen lief es auch ganz gut für die Hausherren. Der erste Durchgang wurde knapp verloren. „Da hätten wir mehr Ruhe gebraucht“, meint Pardini Glaser. Die gab es dann im zweiten Abschnitt, als die Gymnasialen zwischenzeitlich sogar mit 8:2 führten und den Satzgewinn mit etwas Zittern nach Hause brachten. Dann kam der erwähnte schwarze dritte Durchgang und der vierte mit dem unglücklichen Ausgang. In einer Woche haben die Jungs von Trainer Benedikt Bauer die Chance, es im Derby in Gotha (Samstag 19 Uhr) besser zu machen und endlich den ersten Saisonsieg zu holen. Dann will auch Felipe Pardini Glaser – vorbehaltlich eines Arztbesuchs in dieser Woche – wieder dabei sein. Zuletzt machte sich der Deutsch-Brasilianer auf der Bank beim Führen der Statistik nützlich, doch auf dem Feld ist er sicherlich noch wertvoller für den GSVE.

 

Von Christian Dittmar

 

Im Bild: Rote Karte und Strafpunkt: Julius Fritsche (rotes Trikot) entschied die Partei des GSVE in einer umstrittenen Schlussphase unfreiwillig.Foto: Christian Modla

 

LVZ, 27.09.2021