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Gemischte Gefühle bei Trainer Reichstein: Delitzscher Reserve verliert vier Leistungsträger


Das Reserveteam des GSVE Delitzsch verabschiedet vier Leistungsträger in Richtung erste Mannschaft. Doch eine Reihe von Probespielern steht bereits in den Startlöchern um sich für das Regionalligateam zu empfehlen. 

Delitzsch. Für Sebastian Reichstein ist es eine undankbare Situation. Als Trainer der zweiten Mannschaft des GSVE Delitzsch hat er einen großen Anteil am Zusammenwachsen und Erfolg des jungen Regionalligateams, das in der vergangenen Saison zu überzeugen wusste. Nun verlassen vier Leistungsträger das Team in Richtung 2. Bundesliga. Eine schwierige nächste Saison könnte bevorstehen.

Fünf Siege aus sechs Spielen bedeuteten Tabellenplatz eins, dann wurde die vergangene Spielzeit abgebrochen. Die Früchte der Arbeit konnten Sebastian Reichstein und sein Team nur bedingt ernten, ein Aufstieg wurde allerdings ohnehin nicht anvisiert. Profitieren vom abrupten Liga-Ende konnte lediglich die Erste des GSVE. Mit Felix Kempe, Hannes Schindler, Jonas Rottosch und Tim Planer unterstützen gleich mehrere Leistungsträger der Perspektivmannschaft das Zweitligateam beim Klassenerhalt. Einen Schritt zurück wird es für die Vier nicht mehr geben, alle werden in der kommenden Saison Teil der ersten Mannschaft bleiben. Auch wenn diese Entscheidung aufgrund des Alters der Spieler bereits länger feststand, löst der Abgang bei Reichstein gemischte Gefühle aus: „Ein bisschen traurig bin ich schon. Das sind vier Leute, die charakterlich extrem gut ins Team gepasst haben und absolute Mannschaftssportler sind. Die erste Mannschaft kann von ihnen nur profitieren.“

 

Fitnesserhalt in Eigenverantwortung

 

Mit Matteo Böhm, der vor der vergangenen Saison von der TSG Markkleeberg kam und nun andere Prioritäten in seiner Freizeit setzt, verlässt ein weiterer erfahrener Spieler das Team. Wer die dadurch entstehenden Lücken bei der gymnasialen Vertretung zur nächsten Saison schließen soll, wird bereits im Hintergrund geplant. So wird Co-Trainer Thomas Wilke künftig einen seiner Spieler besonders im Auge haben. Sohn Louis stößt aus der eigenen Jugend zum Team und wird die Libero-Position begleiten.

Am Freitag kamen Trainer und Team zum ersten Mal wieder zusammen. Seit November hatte man sich nicht mehr persönlich gesehen, der Erhalt der Fitness oblag seitdem der Eigenverantwortung. „Man könnte sagen, wir haben die Spieler so erzogen, dass jeder sich selbstständig fit hält“, erzählt Reichstein mit einem Augenzwinkern. Dennoch werden wohl einige durchatmen, dass erstmal kein Laktattest ansteht. „Es geht einfach darum sich mal wieder zu sehen. Wir werden ein bisschen Fußball und natürlich Volleyball spielen.“

 

Probespieler sollen das Regionalligateam verstärken

 

Mit dabei sein werden dann auch einige Probespieler. Reichstein hofft, dass sich bis zum Saisonstart noch weitere Volleyballer aus der Umgebung für einen Wechsel zum GSVE entscheiden. „Die Situation ist natürlich nicht wirklich günstig. In der Region gibt es einige Vereine, die auf ähnlichem Niveau spielen, die suchen alle nach jungen Spielern“, erklärt Reichstein. „Die Hürde, von Leipzig mehrere Male in der Woche zum Training nach Delitzsch zu pendeln, ist nicht gering.“ Dennoch schaffen es die Delitzscher immer wieder, talentierte Spieler an den Lober zu locken. „Unsere aktuellen Probespieler sind von sich aus auf uns zugekommen. Ich denke, dass viele unser professionell organisiertes Umfeld schätzen und Entwicklungspotenzial bei uns sehen.“

Gibt es keine neuerlichen Überraschungen, wird die kommende Regionalliga-Saison im September starten. Der Trainingsauftakt beim GSVE ist für die ersten Juli-Wochen geplant, bis dahin soll auch die Kaderplanung weiter fortgeschritten sein. Da der VC Gotha seine Mannschaft zurückgezogen hat, werden elf Teams in der Liga um die Plätze kämpfen. Dass an den Erfolg der Vorsaison angeknüpft werden kann, hält Reichstein für fraglich: „Im Vordergrund wird stehen, die jungen, neu dazu kommenden Spieler in die Mannschaft zu integrieren.“

 

Im Bild: Stehen immer wieder auf: Die Volleyballer des GSVE Delitzsch II. © Alexander Prautzsch

 

Quelle: Sportbuzzer