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Fürs Derby gerüstet


2. Volleyball-Bundesliga: Der GSVE Delitzsch fährt in Mühldorf einen wichtigen Sieg ein / Am Sonntag kommt Leipzig in die Becker-Halle

Von Christian Dittmar

Delitzsch/Mühldorf. Es hat verdammt lange gedauert. Fünf Monate sind vergangen, seitdem der GSVE Delitzsch zuletzt ein Team aus der oberen Tabellenhälfte schlagen konnte – damals ausgerechnet den L.E. Volleys e.V. mit 3:2 in deren Brüderhalle. Nun war es am späten Sonnabend endlich wieder so weit: Nach hartem Kampf und 2:20 Stunden Spielzeit rangen die Gymnasialen den Tabellenachten TSV Mühldorf Volleyball ebenfalls mit 3:2 (25:22, 25:23, 19:25, 20:25, 15:12) nieder. Nun können die Volleys am nächsten Sonntag (16 Uhr) zum Rückspiel in die Becker-Schachtel kommen.

 

Einer wurde dabei zum Bullen von Mühldorf: Benedikt Bauer. In seiner bayrischen Heimat lief das Schwergewicht zu großer Form auf und besiegte den TSV mit seinen Aufschlagserien fast im Alleingang. „Brachial, brutal, wir haben Mühldorf keine Chance gelassen“ war das Fazit von „Bene“ zu den ersten beiden Sätzen. Man könnte auch sagen, dass es eine nicht zu erwartende Leistungsexplosion nach langer Durststrecke war. Doch dann kam ein kleiner bis mittelgroßer Knick im dritten und vierten Durchgang. „Da sind wir ein wenig untergegangen“, meinte Bauer. Die Mühldorfer begingen nun nicht mehr so viele individuelle Fehler, zuvor hatten man ihnen die wenigen Trainingseinheiten der vergangenen Wochen aufgrund von zwischenzeitlichen Quarantäne-Vorgaben angesehen. Dazu haderten die Delitzscher auch das ein oder andere Mal mit den Schiedsrichterentscheidungen. Die Pietzonka-Jungs kamen im fünften Satz aber noch einmal mächtig gewaltig zurück.

 

„Den Tiebreak haben wir gewonnen, weil wir die dicksten Ossi-Eier in der Hose haben“, erläuterte der Wahl-Ossi Bauer nach dem Match zu vorgerückter Stunde und wohl schon etwas in Bierlaune. „Bayrische Eier taugen eben nur für Rühreier am Sonntag.“ Wenn das einer weiß, dann der Mann mit dem weiß-blauen Blut, der Bauer Benedikt, wie man in Bayern sagt. Da schmeckte beim Blick auf die Tabelle das Rührei am Sonntag doch gleich viel besser, denn die Loberstädter sind nun bis auf einen Punkt an Freiburg auf Rang zehn herangerückt. Dazu ist der Abstand auf den TuS Kriftel Volleyball , der direkt hinter ihnen auf Platz zwölf steht, auf zwei Zähler angewachsen. Am Sonnabend kann der GSVE diesen noch weiter vergrößern, vor dem großen Derby am Sonntag haben die Götter noch das Duell mit den Hessen (18 Uhr, ebenfalls in der Artur-Becker-Halle) gesetzt. Die Gymnasialen scheinen für beide Aufgaben gut gerüstet. Auch wenn weiter keine Fans zugelassen sind.

 

Im Bild: Bajuwarische Urgewalt: Benedikt Bauer, hier während eines früheren Spiels, avanciert in Mühldorf zum Sieggaranten für den GSVE. Foto: Alexander Prautzsch

 

LVZ Leipziger Volkszeitung, 22.03.2021