Teilen auf Facebook   Instagram   Als Favorit hinzufügen   Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Gymnasiale Glücklosigkeit


2. Volleyball-Bundesliga: Delitzsch verliert in Gotha 2:3 / Dienstag Beratung über weiteres Vorgehen

Von Christian Dittmar

Delitzsch/Gotha. Es war eine nur teilweise erfolgreiche Rückkehr für Paul Lohrisch an die alte Wirkungsstätte – der spielende Co-Trainer des GSVE Delitzsch und seine Jungs verloren am späten Sonnabend bei den Blue Volleys VC Gotha nach Tiebreak mit 2:3 (22:25, 25:22, 27:25, 15:25, 12:15). Das Team von Trainer Frank Pietzonka holte dadurch aber zumindest einen Punkt und rückt in der Tabelle der 2. Bundesliga Süd auf Rang neun vor, bei mindestens zwei Spielen weniger als die davor stehenden Mannschaften.

 

Drei Jahre war Lohrisch bei den Thüringern aktiv gewesen, vor der Partie fuhr er daher erst einmal zur Ernestiner-Halle, wo die Blue Volleys früher spielten. „Da hat sich bis auf einen neuen Rewe nichts verändert“, berichtete der 33-Jährige, der rechtzeitig zum Duell von einer hartnäckigen Erkältung genesen war. Danach ging es für ihn zur neuen Spielstätte der Gothaer in der Gesamtschule „Herzog Ernst“. Dort starteten die Gymnasialen mit ihrem Spielertrainer auf der Bank, erst nach dem verlorenen ersten Satz kam er zum Einsatz. Ab dann lief es besser für die Delitzscher, auch wenn Lohrisch betont, dass es etwa auch die beiden Nachwuchsleute Felix Kempe und Hannes Schindler im Großen und Ganzen wieder ordentlich machten.

Im zweiten und dritten Durchgang entwickelte sich der erwartete Abnutzungskampf, bei dem auf Seiten der Nordsachsen besonders Felix Winkler brillierte und folgerichtig nach dem Match als bester Gymnasialer ausgezeichnet wurde. „Felix hat alles abgewehrt, was man abwehren konnte“, lobte Lohrisch den Libero. Doch im vierten Satz und im Tiebreak passierten dem GSVE zu viele Aufschlagfehler und die Gothaer holten sich den einen um anderen Breakball. Nach gut zwei Stunden verwandelten die Hausherren dann ihren zweiten Matchball.

„Uns hat in einigen Situationen das Quäntchen Glück gefehlt“, resümierte Lohrisch, dazu seien einige strittige Schiedsrichterentscheidungen gekommen. „Gotha hat auch eine starke Mannschaft, an einem guten Tag können die jeden in der Liga schlagen.“

Für den Außenangreifer war es auch schade, dass wegen der Corona-Beschränkungen keine Zuschauer zugelassen waren und er deswegen keine alten Fanbekannten wiedertreffen konnte, wie noch beim Vorbereitungsturnier in Gotha im Sommer.

 

Theoretisch sollten die Delitzscher nun das Spieljahr mit einem Baden-Württemberg-Doppelspieltag in Freiburg und Friedrichshafen am kommenden Wochenende beschließen. Aber es zeichnet sich immer mehr ab, dass es dazu nicht kommen wird. Am Dienstag wollen die Gymnasialen darüber beraten, ob sie den Trainings- und Spielbetrieb angesichts weiter steigender Corona-Zahlen fortsetzen sollen. Denn die 7-Tage-Inzidenz gehört im Kreis Nordsachsen schließlich mit aktuell rund 315 zu den höchsten in Deutschland, auch im Südwesten der Republik sehen die Werte nicht viel besser aus.

Der Liga-Konkurrent VC Dresden e.V. hat bereits in der Vorwoche einen Stopp für Training und Spiele verkündet. „Wir werden auch nicht um jeden Preis weitermachen“, sagt Paul Lohrisch.

 

Im Bild: Felix Winkler (vorn), hier in einem früheren Spiel, wird in Gotha zum besten GSVE-Akteur geehrt. Zum Sieg reicht es trotz des starken Liberos für Delitzsch nicht. Foto: Alexander Prautzsch

 

LVZ Leipziger Volkszeitung , 14.12.2020