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„Aus der Not heraus“ in die Saison hinein

Volleyball-Regionalliga: Bad Düben und GSVE II starten heute mit Heimspielen in Delitzsch gegen prominente Gegnerschaft


Von Leon Heyde und Johannes David

Delitzsch/Bad Düben. Nach sechsmonatiger Spielpause wird es für die Regionalliga-Volleyballer des GSVE Delitzsch und des SV Bad Düben am morgigen Samstag wieder ernst. Die Gymnasialen empfangen den VC Dresden II in der Artur-Becker-Halle (16 Uhr) zum Saisonauftakt. Die Kurstädter bekommen es bereits eine Stunde vorher mit dem USV TU Dresden zu tun, übrigens auch in Delitzsch. Der Dritte Regionalligist im Bunde, der Krostitzer SV, startet erst am 26. September.

Allen Grund jaulende Klagelieder anzustimmen, haben die Jungs aus der Heide. Ihnen fehlt seit Sommer eine Heimstatt. Die Sporthalle der Bundespolizei bleibt vorerst gesperrt. So dass die Mannschaft ihren Auftakt ohne Zuschauer in der Erasmus-Schmidt-Sporthalle zu Delitzsch austrägt. Dort nahmen auch große Teile der Vorbereitung ihren Lauf. Dazu traf man sich einmal pro Woche in der Bad Dübener Mini-Halle an der Kirche. Entsprechend fasst Kevin Phillipp die Vorbereitung wie folgt zusammen: „Alles bissel aus der Not heraus geboren“, sagt der Spielertrainer, der das Team gemeinsam mit Zuspiel-Kollege Frank Baumgarten betreut. Und doch hält sich das Jammern in Grenzen: „Die Einheiten waren qualitativ ganz gut und jetzt haben wir den besten Gegner, den man haben kann. Ohne Zuschauer und ohne Druck“, ergänzt Phillipp. Der USV war Meister der Saison 2019 und stand auch bei Abbruch der vergangenen Spielzeit vorn.
 

Trotz einiger Hindernisse fällt das Fazit zur Saisonvorbereitung von Sebastian Reichstein positiv aus. Der Trainer der GSVE II musste auf den Erkenntnisgewinn von Vorbereitungsspielen zwar verzichten, interne Leistungsvergleiche stimmten dennoch zuversichtlich: „Das Niveau bei den vereinsinternen Tests war sehr gut. Auch wenn sich die Jungs untereinander natürlich kennen und um die jeweiligen Stärken und Schwächen der anderen wissen. Vergleichbar mit einem richtigen Spiel ist das dann natürlich nicht.“ Trotzdem hätte vor allem der gute Fitnessstand der Mannschaft das Trainerteam überrascht.

Ihren Beitrag zum Leistungsstand der Gymnasialen lieferten auch die neuen Gesichter im Kader. Neben Hannes Holzweißig, Fabian Mattheis und Niklas Bechtloff, die allesamt aus dem eigenen Nachwuchs dazustießen, bereichern vor allem Justus Baehr und Matteo Böhm das Team. Die beiden gestandenen Regionalligaspieler kamen von den Neuseenland-Volleys Markkleeberg und erwiesen sich laut ihrem Trainer als Glücksgriffe. „Vor allem menschlich, was für uns immer sehr wichtig ist, passen die beiden gut dazu“, freut sich Reichstein. „Matteo ist von seiner volleyballtechnischen Ausbildung natürlich schon fertig. Dadurch bringt er sich auch leitend ins Training ein – das imponiert mir.“ Zusammen mit ihrem Trainerteam hat die junge Mannschaft auch schon ihr Ziel für die kommende Saison entwickelt: Einen Platz unter den besten fünf wollen sich die Delitzscher erspielen. „Das ist ein Ziel, das uns Handlungsspielraum nach unten und nach oben lässt, vom Leistungsniveau sehe ich uns definitiv in diesem Tabellenbereich“, sagt Reichstein.

Zum Auftakt kommt mit dem VC Dresden II ein Gegner mit ähnlicher Verfassung nach Delitzsch. Das junge Team aus der Elbestadt hat zwei Leistungsträger an seine Zweitligavertretung abgegeben, kann dadurch laut Reichstein zur Wundertüte werden: „Die Dresdner sind uns von ihrer technischen Ausbildung sicherlich überlegen. Ob es ein Spiel auf Augenhöhe wird, ist dadurch schwer zu sagen. Letzte Saison haben sie uns jedenfalls zweimal unsere Grenzen aufgezeigt.“

Ohnehin sei der Saisonstart für seine Schützlinge nicht einfach: „Die Vorbereitung ist das eine, wenn dann der Erfolgsdruck dazu kommt, überwiegt oftmals die Nervosität. Schon in den letzten Jahren mussten wir zum Auftakt immer ein Tal durchlaufen, wirklich erklären können wir uns das nicht.“ Zumindest auf Unterstützung können die Delitzscher hoffen. Dank eines Hygienekonzepts, das unter anderem das Tragen einer Maske vorsieht, darf der GSVE vor bis zu 200 Zuschauern.

 

Im Bild: Die Dübener (links) und die Delitzscher starten beide in Delitzsch in die Saison, spielen allerdings nicht gegeneinander.Foto: Alexander Prautzsch

 

LVZ, 11.09.2020